südnordfunk #148 | 90 Jahre Spanischer Bürgerkrieg | Trumps Lateinamerika-Politik | Friedensarbeit in Syrien

südnordfunk #148 | 90 Jahre Spanischer Bürgerkrieg | Trumps Lateinamerika-Politik | Friedensarbeit in Syrien

Sendezeit: 
Dienstag, 1. September 2026 - 16:00
Freitag, 4. September 2026 - 11:00

Antiimperialismo_caracas_Erik Cleves Kristensen, CC BY 2.0 httpscreativecommons.orglicensesby2.0, via Wikimedia Commons.jpg

Antiimperialistische Wandkunst in Caracas
Lizenz: 
CC Attribution, Non-Commercial, Share Alike
Quelle: 
Foto: Erik Cleves Kristensen

In der Septemberausgabe des südnordfunk blicken wir zunächst 90 Jahre zurück auf den Spanischen Bürgerkrieg, in dem Zehntausende Freiwillige aus dem Globalen Süden ihren Kampf gegen den Faschismus mit dem gegen Kolonialismus und Rassismus in ihren eigenen Heimatländern verbanden. Sarah Wehrle hat mit drei Internationalistischen Brigadist*innen gesprochen.

Es geht desweiteren um aktuelle US-Machtpolitik in Lateinamerika: Christian Conde spricht mit Tobias Lambert über Trumps »Donroe-Doktrin« und die Fortsetzung imperialer Kontinuitäten.

Und schließlich blicken wir nach Syrien, wo die syrische Friedensorganisation Swaadna mit traumatisierten Frauen und Kindern arbeitet – Geschäftsführerin Sara Almir erzählt im Gespräch mit Eva Gutensohn von einem fragilen Übergang zwischen Hoffnung und ungelöster Gewalt seit dem Sturz Baschar al-Assads Ende 2024.

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Zurück in den Hinterhof: Trumps neue Lateinamerika-Politik

Gespräch mit Tobias Lambert

Im Sommer 2026 machte die US-Regierung unter Donald Trump noch einmal deutlich, dass sie die Monroe Doktrin fortsetzen will. Mit dieser hatten die USA 1823 ihren hegemonialen Anspruch auf Lateinamerika formuliert (Trump selbst spricht in Anlehnung an seinen Vornamen von der »Donroe-Doktrin«). Bereits jetzt nehmen die USA in Lateinamerika Einfluss auf Wahlen und verstärken ihre militärische Präsenz im Pazifik und der Karibik. Nach Angriffen auf vermeintliche Drogenboote folgte im Januar 2026 die Entführung von Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro. Bald könnte die nächste Eskalation folgen: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte zuletzt an, gemeinsam mit der kolumbianischen Rechts-Regierung militärisch gegen bewaffnete Gruppen im Land vorzugehen.

Die Gewalt in den Ländern Lateinamerikas wird durch diese US-Politik zunehmen, ein wie auch immer gearteter Frieden eher unwahrscheinlicher. Südnordfunk-Redakteur Christian Conde hat mit dem Journalisten und Autor Tobias Lambert gesprochen. Er hat diesen Juli das Buch »Zurück in den Hinterhof-Die USA und Lateinamerika « veröffentlicht und beleuchtet darin Geschichte und Gegenwart der US-Lateinamerika-Politik.

Von Christian Conde

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Internationalismus gegen Franco

Freiwillige aus dem Globalen Süden im Spanischen Bürgerkrieg

Vor 90 Jahren, am 17. Juli 1936 putschten rechte Militärs unter Franco gegen die Zweite Spanische Republik – der Beginn eines Krieges, der zum Vorboten des Zweiten Weltkriegs wurde. Auf der einen Seite marokkanische Kolonialtruppen, die „Regulares", sowie deutsche und italienische Faschisten. Auf der anderen Seite Arbeitermilizen, die Internationalen Brigaden – und Zehntausende Freiwillige aus aller Welt, die nach Spanien kamen, um die Republik zu verteidigen.

Unter ihnen: die Argentinierin Mika Etchebehere, die nach dem Tod ihres Mannes an der Front das Kommando über eine Milizeneinheit übernahm – eine der wenigen Frauen in dieser Rolle. Und afroamerikanische Freiwillige wie Canute Frankson aus Jamaika oder Eduart McDonald aus Mississippi, die im Kampf gegen den spanischen Faschismus auch ihren eigenen Kampf gegen Rassismus und Lynchjustiz in den USA erkannten.

Der Beitrag erzählt, warum Menschen aus dem Globalen Süden einen Krieg auf einem anderen Kontinent zu ihrem eigenen machten – und wie ihr internationalistischer Kampf mit den Erfahrungen von Kolonialismus und Unterdrückung in ihren Heimatländern verbunden war.

Von Sarah Wehrle


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»Ich habe großes Vertrauen in die Syrische Bevölkerung«

Die Syrische Friedensorganisation Swaadna

Fast zwei Jahre nach dem Sturz des Assad-Regimes befindet sich Syrien noch immer in einem fragilen Übergang: eine neue Regierung unter Ahmed al-Sharaa, eine Übergangsverfassung, aber ungelöste Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen und eine nach wie vor schwierige wirtschaftliche und humanitäre Lage.

In diesem zerbrechlichen Umfeld arbeiten lokale Organisationen wie Swaadna Al Souriya mit den Menschen, die unter dem Krieg am meisten gelitten haben: Frauen und Kinder. Sara Almir, Geschäftsführerin von Swaadna, erzählt, wie sich ihre Arbeit mit traumatisierten Frauen und Kindern seit dem Umbruch verändert hat – und was es braucht, damit aus dem Ende des Krieges auch wirklich Frieden wird.

Von Eva Gutensohn


 

 

Autor*in

Eva Gutensohn