Frauenrechtsaktivistin Yasar Alameen über die sich schließenden Räume für humanitäre Arbeit in Libyen: »Geoutet zu werden kommt einem Todesurteil gleich«

»Geoutet zu werden kommt einem Todesurteil gleich«

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Blick aus der Vogleperspektive auf die eng bebaute Stadt
Migrant*innen afrikanischer Herkunft leben in Libyen völlig isoliert und in ständiger Angst vor willkürlichen Verhaftungen. Auch in der Hauptstadt Tripolis. Längst hat sich das Stadtbild entsprechend verändert
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Foto 2007: Patrick André Perron | CC BY 3.0 wikimedia

Es bleibt herausfordernd und riskant, sich in Libyen für die Rechte von Migrant*innen einzusetzen. Kürzungen internationaler Entwicklungsgelder, beschleunigt durch die Wiederwahl Donald Trumps, schränken die bereits geschrumpften Räume für humanitäres und zivilgesellschaftliches Engagement weiter ein. Zudem fließen Budgets zunehmend in die Migrationsabwehr, statt in die Nothilfe für Geflüchtete, die unter schlimmsten Bedingungen in Lagern festgehalten werden. Indes geht die international anerkannte Regierung in Westlibyen gegen internationale NGOs vor: Am 27. März 2025 wurden zehn NGOs verboten – unter anderem mit dem Vorwurf, Homosexualität zu fördern. Yasar Alameen ist Frauenrechtsaktivistin und humanitäre Helferin. Sie kommt aus Ostlibyen und engagiert sich seit vielen Jahren im humanitären Bereich – zunächst ehrenamtlich, später als Aktivistin und Feministin. 9:53