Ich glaube, ich bin euch noch einen kleinen Bericht der Eröffnungsfeier schuldig. Wie zu erwarten, war die Veranstaltung perfekt bis (fast) ins letzte Detail. Diesjährige Gastgeberin war Bérénice Bejo, die Hauptdarstellerin des mit Preisen...
Heute habe ich mir die beiden ersten Filme in der Reihe "Un Certain Regard" angesehen, in etwa zu uebersetzen mit "Ein gewisser Blick" (was auch immer das heissen soll...).
Filme aus Kasachstan und China
Und diese ersten beiden "Blicke" kamen aus dem Osten und dem Noch-Ferneren-Osten, naemlich aus Kasachstan und China. Auch Sascha Baron Cohen, der selbsterklaerte Vertreter Kasachstans, ist vor Ort, und mittlerweile zum "Dikator" aufgestiegen, aber den meine ich nicht, der Film startet erst spaeter hier in Cannes. Nein, der Film "Student" ist tatsaechlich eine authentische kasachische Produktion, und die vierte Regiearbeit von Darezhan Omirbayev, der auch das Drehbuch verfasst hat. Es ist eine Neuerzaehlung des Dostojewski-Klassikers "Schuld und Suehne" (beziehungsweise "Verbrechen und Strafe", wie es in der Neuuebersetzung heisst), verlegt ins heutige Kasachstan. Aber der Film geht erfreulicherweise recht frei mit der literarischen Vorlage um, und bietet sogar trotz des duesteren Stoffes einige humorvolle Stellen...
Tag 2 - und ein weiterer RDL-"35-Millimeter"-Redakteur ist vor Ort.
Neben dem offiziellen Wettbewerb gibt es jedes Jahr die Nebenreihen, wie "Un Certain Regard", die "Quinzaine des Realisateurs" oder die "Semaine de la Critique". Und natuerlich die schoenen Retro-Auffuehrungen von Klassikern in der bereits erwahnten Reihe "Cannes Classiques". Diese Reihen gehen in der Berichterstattung oft etwas unter, obwohl sich gerade fuer ambitionierte Arthaus-Besucher und FreundInnen der Filmkust hier oft Interessanteres findet als in dem offiziellen Wettbewerbsprogramm.
Aber natuerlich besteht zugleich auch immer die Gefahr, in einem jener Machwerke zu landen, die einen innerhalb weniger Minuten in seeligen Tiefschlaf zu versetzen... was manchmal auch in Ordnung ist, bei einem vollen Filmprogramm tut es ja durchaus gut, ab und an ein kleines "Verdauungsschlaefchen" einzulegen, um die vielen Bilder zu "verdauen", die man den ganzen Tag ueber gefressen hat... und die einem manchmal schwerer im Magen liegen als die "Wackersteine" aus dem Maerchen dem armen boesen Wolf...
Bisher ist das Festival filmtechnisch ganz schwach gestartet. Wes Andersons Moonrise Kingdom war eine ziemliche Enttäuschung. Einige doch recht gute Ideen und filmtechnisch brillant umgesetzt aber dafür absolut belanglos. Ein zwölfjähriger Junge bricht aus dem Pfadfinderlager auf einer kleinen Insel aus, um serine "große Liebe" am anderen Ende der Insel zu finden. Zu zweit fliehen sie in die Wildnis während ihre Verfolger ihnen dicht auf den Fersen sind. Daß für die heimlcihe Flucht ein Loch in die Zeltwand geschnitten wird, ist nur eine von den skurrilen Ideen in Wes Andersons ganz eigenem Universum. Leider dümpelt der Film aber ohne wirkliche Aussage vor sich hin. So richtig witzig, wie The Royal Tenenbaums ist er nämlich auch nicht. Für hartgesottene Anderson-Fans, die sich von seinem Universum bezaubern lassen möchten, mag der Film lohnen. Ich persönlich rate eher ab.
Ja, ihr lest richtig. Durch unglaubliches Losglück haben wir "Einladungen" für die Eröffnungsfeier ergattert. Um 20 Uhr werden wir also mit der gesammelten Festivalprominenz zusammen im Kino sitzen, wenn das Festival offiziell eröffnet wird...
Wie bereits in den vergangenen Jahren sind auch dieses Jahr wieder 35mm-Redakteure unterwegs bei den wichtigsten Filmfestspielen der Welt, dem "Festival de Cannes". Noch ist das Festival offiziell nicht eröffnet, aber der Trubel auf der...