Die „Internationale Ärzteorganisation für die Verhütung des Atomkriegs“, besser bekannt als IPPNW, hat schon letztes Jahr eine Kampagne gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens gestartet mit einer „Erklärung für ein ziviles Gesundheitswesen“, die Beschäftigte im Gesundheitsbereich dazu aufruft, keine kriegsvorbereitenden Maßnahmen zu unterstützen. Diese Debatte bekommt vor dem Hintergrund des geplanten „Gesundheitssicherstellungsgesetzes“, der sogenannten Zeitenwende und der Frage nach ethischen Grundsätzen neuer Aktualität. Gerade vergangene Woche fand am Flughafen Berlin Brandenburg eine großangelegte Übung statt. Bundeswehr und Hilfsorganisationen übten den Ernstfall und testeten, wie Versorgung und Hilfe im Fall eines Kriegs an der Ostflanke der NATO funktionieren würden.
Kritik an der Militarisierung der Gesundheitsversorgung kommt auch aus dem politischen Raum. So wendet sich die LINKE deutlich gegen diese Strategie der Militarisierung und lehnt das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz ab, da es in der so genannten Katastrophenmedizin die militärische Logik vor die medizinische Ethik stellen würde.
Radio Dreyeckland sprach vor diesem Hintergrund mit Dr. Robin Maitra von der IPPNW über den Themenbereich „Militarisierung des Gesundheitswesens“.
(tmf)

