Abschiebehäftlinge oft mit psychischen Problemen

Abschiebehäftlinge oft mit psychischen Problemen

In Österreich zeigt ein Bericht des FPÖ-geführten Bundesinnenministeriums einen starken Anstieg der Abschiebehäftlinge im Jahr 2017. Die bereits Anfang des Jahres veröffentlichen Asylzahlen zeigen: Innerhalb eines Jahres sind rund 90 Prozent mehr Menschen in Abschiebehaft gekommen als im Vorjahr.

Ein nun veröffentlichter Artikel der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ zeigt: Die Lage für die Betroffenen ist äußerst schwierig. Die JournalistInnen besuchten das landesweit größte Abschiebegefängnis in Hernals und berichten von Suizidversuchen und Hungerstreiks. Die Haftanstalten seien zudem psychiatrisch unterversorgt, kritisiert die zuständige Arbeitsgruppe.

Ein besonders schwerwiegendes Problem sei die lange Dauer der Abschiebehaft. Nach einer Gesetzesänderung dürfen Menschen derzeit bis zu 18 Monate inhaftiert werden. Abschiebehaft soll eigentlich ein letztes Mittel sein, Personen direkt vor ihrer Abschiebung festzusetzen. Die österreichische Nichtregierungsorganisation „Asylkoordination“ fordert entsprechend auch eine Höchstdauer von 2 bis 4 Tagen.