„Hat jemals einer der Datenkraken nach Erhalt des BigBrotherAwards beschämt sein schändliches Tun eingestellt?“
Die Antwort von digitalcourage: „Ja. Mehrfach.“
Zum Beispiel habe der BigBrotherAward erheblich dazu beigetragen, dass die Deutsche Bahn seit 2024 bei Sparpreistickets die Reisenden nicht mehr zur Angabe von Mobilnummer oder Mailadresse nötige. Außerdem mußte die Metro AG ihre „RFID-verwanzte“ Kund*innenkarte zurückziehen. Desweiteren bekamen Bofrost sowie H&M wegen Überwachung je einen Award. Dies hatte zum Teil rechtliche Konsequenzen. „Ohne das Damoklesschwert unseres Negativpreises würden die Überwachungsphantasien in Konzernen und Ministerien noch viel ungehemmter wüten. Ein Damoklesschwert muss hängen bleiben.“
Deswegen ruft digitalcourage Jahr für Jahr zu Spenden auf.
Zu den zweifelhaften Gewinner*innen 2026 gehören:
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„Das Bundesinnenministerium für die geplante Einführung der Steuer-ID als einheitliches Personenkennzeichen im Zuge der Registermodernisierung“
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„Fielmann und Apollo Optik für den Verkauf von Metas Smart Glasses und damit für die Normalisierung von heimlichem Filmen und Abhören im Alltag.“
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die EU-Kommission für das geplante EU-Gesetzesvorhaben „Digitaler Omnibus“, welcher den EU-Datenschutz so weit schleifen soll , dass Big Tech und Werbeindustrie sich persönliche Daten künftig ungefragt aneignen dürfen.
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„das Landeskirchenamt der Nordkirche, weil sie ihre Gemeinden zu Microsoftnutzung zwingt und damit sensible Daten und Datensouveränität opfert.“
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und „die Deutsche Telekom AG für die geplante Fusion mit T-Mobile US, die US-Geheimdiensten den Zugriff auf deutsche Kommunikationsdaten und kritische Infrastruktur erlauben könnte.“
Die komplette Verleihung ist hier zu sehen.
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Eine Amerkung aus der aktuellen Redaktion zu Smart Glasses: In der Disability Community, also der Community von Menschen mit Behinderungen, wird kritisiert, daß bei den Diskussionen ihre Perspektiven oft nicht gesehen werden. Fakt ist, daß sehbehinderte Menschen und solche, die nicht lesen können mit Smart Glasses Beschreibungen als Audio bekommen oder sich Texte vorlesen lassen können. Tatsächlich wurde die Brille auch explizit mit Blick auf Hürdenabbau entwickelt. Die Kritik in Bezug auf Abhören und heimliches Filmen nehmen wir ernst. Jedoch wollen wir die Frage aufwerfen, ob unsere Gesellschaften es schaffen, für neue technische Entwicklungen gesetzliche Rahmen zu schaffen, die den Schutz von Persönlichkeitsrechten und Daten sichern.

