Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt in Paris

Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt in Paris

19.03.2017DemoParis.jpg

Quelle: 
Foto: Bernard Schmid

Am Sonntag, den 19. März nahmen in Paris laut unserem Frankreichkorrespondenten Bernard Schmid etwa 10 Tausend Menschen am Marsch für Gerechtigkeit und Würde teil. Er richtete sich gegen Rassismus, Polizeigewalt und das im-Stich-lassen der Banlieus. An der Spitze der Demonstration liefen Familien von Polizeigewalt-Opfern. Das von ihnen getragene Transparent mit den Bildern und Namen der polizeilich Getöteten forderte: Schluss mit der polizeilichen Straflosigkeit! Am Rand der Demonstration kam es zum Einsatz von Tränengas und Gummischrot, Scheiben klirrten, Gegenstände flogen. In den letzten Wochen fanden frankreichweit immer wieder Proteste gegen Polizeigewalt statt. Insbesondere Schulen wurden immer wieder blockiert. Auslöser der Protestwelle war die mutmaßliche Vergewaltigung von Théo. Er war Anfang Februar in der Pariser Vorstadt Aulnay-sous-Bois festgenommen worden. Bei der Festnahme war er von den Polizisten als „Neger“ beschimpft worden. Anschließend war er allen Anschein nach im Polizeigewahrsam mit einem Schlagstock im After mißhandelt worden.

Das Kollektiv „Urgence, notre police assassin!“ gegen die mordende Polizei, schätzt die Zahl der Toten durch juristisch nicht gerechtfertigte polizeiliche Gewalt in Frankreich auf 15 pro Jahr. Präsident François Hollande hat derweil den Ausnahmezustand bis zum 14. Juli verlängert.

(FK/ Bernard Schmid)