Geschichtsdebatten in der Schweiz: Die Erzählung vom Ursprung der schweizer Neutralität

Die Erzählung vom Ursprung der schweizer Neutralität

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Der Rütlischwur ist DER schweizerischer Nationalmythos ("Schwörende Hände" von Werner Witschi)
Quelle: 
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:R%C3%BCtlischwur#/media/File:Fl%C3%BCelen_Schw%C3%B6rende_H%C3%A4nde_von_Werner_Witschi.jpg

Dass Kriege als Ausgangspunkte des nationalen Selbstverständnisses dienen ist nichts Neues. Der Bürgerkrieg in den USA ist ein Beispiel dafür, wie kriegerische Auseinandersetzungen von den folgenden Generationen immer wieder neu erinnert und zu einem zentralen Teil des Selbstbildes konstruiert werden. Aber in der neutralen Schweiz? Da muss man zwar etwas weiter in die Vergangenheit blicken, aber auch dort gibt es zwei Schlachten, die immer wieder in öffentlichen Debatten auftauchen: Die Schlacht von Morgarten 1315 und die von Marignano im Jahr 1515. Sie gelten vor allem den rechts-konservativen Kreisen als die Ursprünge schweizer Unabhängigkeit und Neutralität.

Dr. Marco Tomaszewski von der Universität Freiburg hat sich die Geschichtsbilder rund um Morgarten und Marignano genauer angeschaut und erklärt, wie sie in das schweizer Selbstverständnis eingeflossen sind.