Seit Jahrhunderten ziehen sie umher, verkaufen Bürsten, schleifen Scheren, vermitteln Heiraten, versorgen die Seßhaften mit Waren und Dienstleistungen, die sie sonst nicht hätten. Als meist nicht dauerhaft seßhafte wurden die Jenischen ausgegrenzt und verfolgt. Unter den Nationalsozialisten wurden viele Jenische in Konzentrationslagern ermordet. Die Bundesregierung weigert sich bislang, die Jenischen als nationale Minderheit in Deutschland anzuerkennen. Ein Argument ist die Behauptung, die Jenischen hätten keine eigene Sprache. Dem hält der 1. Vorsitzende des Zentralrates der Jenischen, Renaldo Schwarzenberger im Gespräch mit Radio Dreyeckland entgegen, dass die Nationalsozialisten, die Jenischen aufgrund ihrer eigenen Sprache identifizierten und sie so verfolgen konnten. Es gebe eine eigene Sprache, Kultur und Musik der Jenischen und diese sollten durch die Anerkennung als nationale Minderheit geschützt werden. Außerdem sei es einfach eine Sache der Gerechtigkeit.
In der Schweiz und Irland sind die Jenischen bereits als nationale Minderheit anerkannt. Österreich und Frankreich könnten bald folgen. Und Deutschland?
jk

