Situation Flüchtender in Serbien: "Die Militarisierung der EU-Außengrenzen hat zu einer unglaublichen Zunahme von Gewalt geführt."

"Die Militarisierung der EU-Außengrenzen hat zu einer unglaublichen Zunahme von Gewalt geführt."

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Flüchtende wärmen sich notdürftig an einer improvisierten Feuerstelle in Serbien
Quelle: 
Miodrag Cakic

Die freie Journalistin Alicia Lindhoff war in Serbien und hat uns von den inhumanen Zuständen für Flüchtende in Belgrad und den Lagern berichtet. Sie erzählt auch von den zunehmend repressiven Maßnahmen gegenüber Flüchtenden und Solidaritätsgruppen (wie z.B. Infopark) die von der Regierung unter Ministerpräsident Vucic ausgehen.


Ärzte ohne Grenzen (MSF) sagen über die zunehmend strengen Grenzkontrollen entlang der sogenannten "Balkanroute":
„Die Militarisierung der EU-Außengrenzen hat zu einer unglaublichen Zunahme von Gewalt geführt. Daten von MSF zeigen, dass fast einer von drei Patienten in den MSF-Kliniken im Balkan Übergriffe und Gewalt meldeten, auch Frauen und Kinder. An der Grenze zu Ungarn wurde die Situation Ende August so akut, dass manche Patienten in Serbien an Krankenhäuser weitergeleitet werden mussten. Zwar sind Menschenhändler zum Teil für diese Gewaltakte verantwortlich, doch Patienten berichten, dass etwa die Hälfte davon von Staats-Autoritäten ausgehen."