Berufsverboten damals und heute: Durch Berufsverbote ließen sich Tausende davon abhalten ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen

Durch Berufsverbote ließen sich Tausende davon abhalten ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen

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Auch Werner Siebler war betroffen von einem Berufsverbot

1972 setzte die Regierung unter Willy Brandt den Radikalenerlass durch. Darauf hin wurden Millionen Menschen vom Verfassungsschutz auf die politische Zuverlässigkeit politisch überprüft. 11 Tausend offizielle Berufsverbotsverfahren soll es gegeben haben. Tausende Linke waren defacto mit Berufsverboten belegt.

Am Freitag, den 27. Januar, organisierte die Roten Hilfe, der Arbeitskreis kritische Jurist*innen Freiburg und das Datenschutzreferat des StuRa der Uni Freiburg eine Veranstaltung zu Berufsverboten damals und heute .

Gekommen waren der Münchner Aktivist Kerem Schamberger. Er konnte letztes Jahr monatelang seine Doktoranden Stelle an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München nicht antreten, weil der Verfassungsschutz etwas gegen seine DKP Aktivitäten hatte.

Und teilgenommen hat auch Werner Siebler, der nach langer Auseinandersetzung 1984 Berufsverbot erhielt. Mit der Kampagne Werner Siebler muss Briefträger bleiben erlangte er über Freiburg hinaus einige Bekanntheit.

Mit ihm, der nun Betriebsrat bei der Post und Vorsitzender des DGB Stadtverbandes ist, sprachen wir über sein Berufsverbot und die Aktualität des Themas.