Proteste gegen Übergriffe auf Roma in Bulgarien: Europa soll hinschauen

Europa soll hinschauen

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Roma-Protest Koblenz
Quelle: 
Rusin Kotsev

Seit dem 6. Januar kam es im bulgarischen Voivodinovo zu Übergriffen auf Roma. Auslöser war ein Statement des Verteidigungsminister Krasimir Karakachanov, der eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen zwei Roma und einem Angehörigen des Militärs zum Anlass nahm, die komplette Minderheit pauschal zu verurteilen. Karakachanov und der Voivodonovoer Bürgermeister beschlossen als Reaktion, illegal errichtete Häuser einiger Roma-Familien abzureißen. In der Folge kam es dann zu Vertreibungen, viele der Betroffenen flüchteten in die nahe Stadt Plowdiw.

Gerade Plowdiw, 2019 die europäische Kulturhauptstadt, wirbt mit dem Slogan "Eine Stadt, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft zuhause sind". Für Roma gilt das in Bulgarien oft nicht, wie unter anderem das European Roma Rights Centre dokumentiert.

Die EU muss genauer hinsehen und die massive Diskriminierung und Verfolgung von Roma in Bulgarien beenden, forderten nun am vergangenen Sonntag mehrere Hundert Demonstrant/innen in Koblenz und vor dem EU-Parlament in Brüssel. Mit einem von ihnen, Rusin Kotsev, haben wir gesprochen und ihn zunächst gefragt, was seit Anfang Januar passiert ist.

+++ Interview auf Englisch, die deutsche Version folgt +++