Direkte Aktion für den sofortigen Kohleausstieg und gegen globale Ungerechtigkeit: "Kohlekommission ist von vornherein nicht legitim" - Kohlehafen in Hamburg besetzt

"Kohlekommission ist von vornherein nicht legitim" - Kohlehafen in Hamburg besetzt

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Mensch schaut über Kohlehafen 'Hansaport'
Der Hamburger Hansaport ist Deutschlands größtes Hafen-Terminal für Eisenerz und Kohle
Quelle: 
anonym, https://de.indymedia.org/node/28561

Die Nachricht aus Berlin am vergangenen Samstag schlug ein: Nach dem Willen der von der Regierung eingesetzten Kohlekommission soll Deutschland erst bis spätestens Ende 2038 aus der Stromgewinnung aus Kohle aussteigen.
Darauf einigte sich das 28-köpfige Gremium am Samstagmorgen fast einstimmig - die einzige Gegenstimme kam von der Vertreterin der Tagebaubetroffenen aus der Lausitz. Ihr reichte der sogenannte Kompromiss nicht aus.

Der Bericht der Kohlekommission sieht vor, dass im Jahr 2032 überprüft wird, ob das Austiegsdatum nicht auf 2035 vorgezogen werden kann, je nach Lage und Einvernehmen der Betreiberfirmen.
Auch über viel Geld wird verhandelt: Die Kohleländer sollen in den nächsten 20 Jahren 40 Milliarden Euro vom Bund bekommen. Ausserdem sieht der Bericht Entschädigungszahlungen an die Kohlekonzerne vor, die von der Abschaltung von Kraftwerken betroffen sind.

Zusätzlich beinhaltet der Abschlussbericht die vage Formulierung,
ein Erhalt des umkämpften Hambacher Forsts sei wünschenswert.


Während die NGOs in der Kommission wie BUND und Greenpeace dem Ergebnis der Kommission zustimmten, gibt es Unmut in Kreisen von Klimaaktivist*innen.
Dementsprechend gab und gibt es auch deutschlandweit Aktionen um gegen den Bericht der Kommission, der "kein Konsens" ist, zu protestieren.

Wir haben gestern mit 2 Aktivistis aus Hamburg gesprochen, wo unter dem hashtag #kokolores
die Kohlekommission und ihr Ergebnis auf spektakuläre Weise in Frage gestellt wurde. Sie besetzten am vergangenen Sonntag unter dem Motto "Kohleausstieg ist und bleibt Handarbeit" Infrastruktur im Hamburger Kohle- und Erzhafen "Hansaport".