"rechte Mobilisierungen folgen weltweit ähnlichen Strategien" schreibt Hew Wai Weng in den Blättern des iz3w (Informationszentrum 3. Welt). Das stellt das Heft mit seinem Dossier "Kulturkampf - Ringen um die Deutungshoheit" anhand vieler Beispiele eindrucksvoll dar. Die rechten Narrative heben immer das Besondere, das jeweils als absolut gesetzte Eigene hervor, das es vor der großen Überfremdung und ihren Eindringlingen zu schützen gilt und dann sind sich doch die Geschichten von Afrika bis Brasilien, Malaisia usw. so furchtbar ähnlich und ähnlich sind auch die frei erfundenen Horrorgeschichten von den Anderen. Da geht es um die angeblich Hunde und Katzen verzehrenden Zugewanderten in Springfield, den Penis-Flaschen-Mythos in Brasilien und vieles mehr, das so absurd ist, dass der Schrecken die Vernunft ausschaltet.
Radio Dreyeckland hat mit Kathi King vom iz3w das Heft besprochen. Kathi geht auch kurz auf zwei Artikel außerhalb des Dossiers ein: "Zwischen Hoffnung und Verzweiflung - Die iranische Diaspora in Zeiten des Krieges" von Geschin Moradi und BIjan Razavi und auf einen biographischen Abriss zum Leben des NS-Verfolgten Chirurgen Rudolf Nissen, insbesondere auf sein Exil in der Türkei, verfasst von Murat Küçük.
Wie immer bei Besprechungen der Blätter war es auch bei diesem gespräch nicht annähernd möglich, auf alle interessanten Artikel einzugehen. Sie lassen sich aber nachlesen.
jk

