'Maps to the Stars' - David Cronenbergs Abrechnung mit Hollywood

'Maps to the Stars' - David Cronenbergs Abrechnung mit Hollywood

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Gutes Vorbild für Hollywood-Tourismus? Mia Wasikowska auf den Knien in Cronenbergs 'Maps to the Stars'. Bild: MFA
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MFA

Es ist fast schon ein eigenes Genre: Die filmischen Abrechnungen mit der Traumfabrik Hollywood. Die Kunst gilt nichts, stattdessen regieren Kommerz und kleinliche Neurosen. Und in nicht wenigen Filmen endet der Flirt mit der Filmíndustrie tödlich, etwa in Robert Altmans 'The Player', wenn der Filmmogul einen kaltblütigen Mord begeht und natürlich in der Mutter aller dieser filmischen Hasslieben, in Billy Wilders unvergesslichem 'Boulevard der Dämmerung'. Nur am Rande: Ist nicht auffällig, dass einige Filmemacher gerade in diesem Genre besonders persönliche und glänzende Werke hervorbrachten, neben Wilder und Altman sei hier noch an David Lynchs 'Mulholland Drive' erinnert?

Mit David Cronenberg hat nun wohl das erste mal ein Regisseur einen solchen Film gedreht, der noch nie in Hollywood gearbeitet hat und auch künftig seine Filme lieber in Kanada und Europa produzieren wird. Alexander Sancho-Rauschel hält 'Maps to the Stars' für eine weitere gnadenlose Abrechnung mit dem Hollywoodsystem. Wobei er - komplett des Neurotischen unverdächtig - die ursprünglich geplante Debatte zu dem Film aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle mit sich selbst führen muss.