Tödliche Brandstiftung gegen Roma-Familie in Rom: Rassismus ausgeschlossen? Die sozialen Probleme bleiben

Rassismus ausgeschlossen? Die sozialen Probleme bleiben

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Zeichen der Trauer und der Wut am Ort des Brandes
Zeichen der Trauer und der Wut am Ort des Brandes
Quelle: 
zic.it / csoa la strada

Wie wir berichtet haben, sind in der vergangenen Woche in Rom drei Schwestern im Alter von vier, acht und 20 Jahren ums Leben gekommen, als mitten in der Nacht ein Mann einen Molotovcocktail auf das Wohnmobil warf, in dem sie zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern schliefen. Die Familie gehört der Minderheit der Roma an und war vor dem Krieg in Jugoslawien nach Italien geflüchtet. In Rom lebte sie noch immer in einem Container-Camp. Wegen interner Streitigkeiten und Bedrohungen sah sie sich gezwungen, das Camp zu verlassen. Als Ausweg blieb der großen Familie von 11-13 Personen (die Angaben variieren) nur, alle zusammen in einem Wohnmobil zu leben, das sie an wechselnden Orten in der römischen Peripherie abstellten. Der Familienvater geht laut Medienberichten davon aus, dass ein anderer Bewohner des Camps der Täter sei.  Während der Trauer- und Protestkundgebungen wurde allerdings betont, dass - unabhängig davon, wer diesmal der Täter ist - die Lebensbedingungen der Roma in Rom, insbesondere die Wohnungsnot, mit schuld sei am Tod der Mädchen. Aus deutscher Perspektive drängt sich der Vergleich mit dem NSU auf und damit die Frage, ob ein rassistischer Hintergrund wirklich schon so schnell ausgeschlossen werden kann. Und unsere Interviewpartnerin, Redakteurin bei Radio Onda Rossa Rom, weist zudem auf mehrere andere Brandanschläge auf Roma-Camps in Italien hin, die erwiesenermaßen einen rassistischen Hintergrund hatten.