"Arroganz ist das wohl unerträglichste Erbe des Kolonialismus": „Runter vom Ross, Herr Parzinger!“

„Runter vom Ross, Herr Parzinger!“

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8000 menschliche Gebeine aus aller Welt in den Lagern der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Quelle: 
Berlin Postkolonial e.V.

Am 28. November 2017 führte französische Staatspräsident Emmanuel Macron in einer Rede vor Studierenden an der Universität Ouagadougou in Burkina Faso die Grundzüge seiner künftigen Afrika-Politik aus. Dabei überraschte sein offenes Bekenntnis zur Verantwortung Frankreichs für Verbrechen während der Kolonialzeit. Auch die Restitution von geraubter afrikanischer Kunst, die derzeit lediglich in Paris und anderen europäischen Metropolen zu bewundern ist, nicht jedoch in Dakar, Lagos oder Cotonou, war Thema seiner Rede. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollte deshalb die temporäre oder permanente Rückkehr afrikanischen Kulturerbes nach Afrika möglich gemacht werden.

Daraufhin verfaßte die Initiative Berlin Postkolonial e.V. einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel, indem sie ausführte:

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Der Offene Brief an die Bundeskanzlerin ist bislang von über 60 in- und ausländischen Organisationen unterzeichnet worden - u.a. von verschiedenen Eine Welt Foren sowie Weltläden, von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, der  Ovaherero Genocide Foundation in den USA, der iz3w und freiburg postkolonial.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Hermann Parzinger antwortete 25. Januar seinerseits mit einem FAZ-Artikel, in dem er die Unterzeichnenden als „Afrika-Initiativen und Aktivisten unterschiedlichster Couleur“ dikreditierte und sich mit seiner Unterstellung, diese würden populistisch behaupten, dass alle Museumsobjekte geraubt wären, selbst „der populistischen Panikmache verdächtig" mache, so die Kritik von Berlin Postkolonial:

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, so die Anklage von Seiten Mnyaka Sururu Mboro & Christian Kopp von Berlin Postkolonial. Inzwischen liegen konkrete Belege für das Vorhandensein von fast 1000 menschlichen Schädeln und Skeletten aus Ruanda und Tansania und ca. 8000 menschlichen Gebeine aus aller Welt in den SPK-Lagern vor. Der Bestand liegt in Teilen noch immer in den originalen Lieferkisten aus dem 19. Jahrhundert.