"So denkt man nicht, wenn man Philosophie treibt"

"So denkt man nicht, wenn man Philosophie treibt"

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Messkirch Tafel am Heidegger-Haus
Der Ehrenbürger von Messkirch
Quelle: 
Wikipedia, Foto Andreas Praefke

Durch antisemitische Äußerungen, die mit der Veröffentlichung seiner sogenannten "Schwarzen Hefte" bekannt wurden, ist der Freiburger Philosoph Martin Heidegger erneut in die Kritik geraten. Unter anderem weil er den Philosophen nun nicht mehr Repräsentieren will, ist der Freiburger Professor für Philosophie, Günter Figal als Vorsitzender der Martin-Heidegger-Gesellschaft zurückgetreten. Im Gespräch mit Radio Dreyeckland bestreitet Figal den antisemitischen Charakter der Zitate keineswegs. Siehe das Zitat im Titel dieses Beitrages. Auch einen Einfluss auf Heideggers Philosophie während der 30-ger Jahre hält Figal durchaus für möglich. Das Gesamtwerk und insbesondere Heideggers  Hauptwerk "Sein und Zeit" sieht er aber unabhängig von Heideggers Beziehung zum Nationalsozialismus. Zugespitzt gesagt, dreht sich das Gespräch darum, ob man Sein und Zeit noch so lesen kann, als ob es den Heidegger nicht gegeben habe, der sich wenige Jahre später hinsetzte und gegen das "Weltjudentum" und "aus Deutschland hinausgelassene" jüdische "Emigranten" hetzte und anderen Unsinn niederschrieb, den er bis zuletzt als Teil seines Lebenswerkes veröffentlicht haben wollte.