Was ist freies Radio?: Walter Mossmann im Gespräch mit Usi Aeschbacher. Ein Gespräch aus dem April 1985

Walter Mossmann im Gespräch mit Usi Aeschbacher. Ein Gespräch aus dem April 1985

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Das Studio in Colmar, ca. 1985. Filmstill aus 'Wir bitten nicht länger um Erlaubnis' - Medienwerkstatt Freiburg


Im April 1985 unterhielt sich Ursi Aeschbacher mit Walter Mossmann über seine Erfahrungen mit freiem Radio. Walter Mossmann war in den Anfangsjahren bei Radio Verte Fessenheim aktiv gewesen, als pro Woche nur wenige und kurze Sendungen ausgestrahlt wurden. Nach der Wahl Mitterands 1981 wurden in Frankreich freien Radios Lizenzen erteilt. Ab 1982 nutzte die badische Redaktion von RDL das neu eingerichtete Studio von RDL-Colmar und baute bis 1985 ein tägliches Liveprogramm auf. Der Radiofrühling 1985 war der Schritt zurück aus diesem Colmarer 'Exil' nach Freiburg und ein wichtiger Meilenstein bei der Durchsetzung von RDL in Freiburg.

Das Gespräch fand wenige Tage vor dem Radiofrühling statt. Zu diesem Zeitpunkt ist Mossmann RDL vor allem als Hörer verbunden. Ursi spricht mit ihm über die Idee von freiem Radio und streift dabei auch seine Erfahrungen beim Südwestfunk. Sie sprechen über wesentliche Grundgedanken und Möglichkeiten von freiem Radio, etwa das Potential zur Herstellung einer anderen Öffentlichkeit, ohne Kapitalinteressen, ohne Druck zur Staatserhaltung. Aber auch über die systemtragende Dynamik von Subkultur und Alternativbetrieben. Es geht auch um die Anforderungen eines ganztägigen Sendebetriebs, wie er zu jener Zeit bereits in Zürich bei Radio Lora stattfand. Und: Was sich von schlechten Sendungen lernen läßt.