Straße von Hormuz: Was das chinesische Außenministerium antworten könnte

Was das chinesische Außenministerium antworten könnte

US-Präsident Donald Trump hat andere Länder über seinen Kanal Truth Social - über welche Kanäle auch sonst? - aufgefordert, sich an Eskorten durch die Straße von Hormuz zu beteiligen. Iran blockiert den wichtigen Seeweg seit er von den USA und Israel angegriffen wird. Genannt hat Trump Großbritannien, Frankreich, Japan, Südkorea und selbst China. Von der Abriegelung der Öltransporte sind insbesondere die asiatischen Länder betroffen, indirekt aber alle. Es ist eine Einladung zur Teilnahme an einem Krieg ohne zu wissen mit welchem Ziel der Krieg überhaupt geführt wird und ohne Einfluss auf sein Ende. Trumps letzte Aussage zum Kriegsanfang lautet, er habe gefühlt, dass Iran selbst angreifen wolle. Und zum Ende? In einem Interview mit Fox News erklärte der US-Präsident, der Krieg sei dann zu Ende, wenn er es fühle, "wenn ich es bis auf die Knochen fühle."

Ob unter diesen Umständen andere Staaten Schiffe in den Krieg schicken? Obwohl nicht direkt angesprochen, haben Pistorius und Merz schon mal abgewinkt und auch sonst hört man keine Zustimmung. Die geplante Antwort des chinesischen Außenministeriums liegt Radio Dreyeckland (bislang nicht) vor: "Mr. Präsident, wir sind nicht Donald Trump und Sie sind nicht Benjamin Netanjahu! Wir machen nicht gleich mit, wenn Sie anrufen und uns sagen, dass es eine gute Idee wäre, Krieg gegen Iran zu führen".

Mittlerweile hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärt, die Straße von Hormuz sei nur für die USA und Israel gesperrt. Doch ist unklar, was davon zu halten ist, zumal der iranische Präsident Peseschkian erklärt hatte, Iran würde Nachbarländer am Golf nichtmehr angreifen, die Angriffe aber munter weitergingen. Trump seinerseits geht es wohl vor allem darum, die Schuld für steigende Energiepreise auf andere Länder abzuwälzen. Dann kann er sagen: "Seht her, wir sollen mal wieder für andere alleine die Kastanien aus dem Feuer holen, aber das tun wir nicht!" Ob es verfängt? In Wirklichkeit gibt er ja zu, dass er zu viel versprochen hat, als er ankündigte, die US-Marine werde die Schiffe durch die Meerenge eskortieren.

Indessen hilft dieser Krieg den geschundenen Menschen in Iran wahrscheinlich garnicht und das ist auch schon lange nichtmehr Trumps erklärte Absicht.

jk