Wenn sie Abschiebungen zulassen sind Dschihadisten prima

Wenn sie Abschiebungen zulassen sind Dschihadisten prima

Das dschihadistische HTS (Komitee für die Befreiung Syriens) hat in Damaskus die Macht übernommen. In ihrer "Übergangsverfassung" haben sie den Islam zur Hauptquelle des Rechts erklärt und die Gewaltenteilung praktisch abgeschafft. Massaker an Minderheiten haben stattgefunden, Wahlen, die diesen Namen verdienen nicht. Trotzdem wird die Regierung des selbsternannten Präsidenten Ahmed Al-Schar'a für nichts kritisiert und im Gegenteil auch von der Bundesregierung hoffiert. Im Gespräch erläutert Monzer Haider wie sich das neue Regime selbst darstellt und warum es keine Sicherheit bietet, insbesondere für die Angehörigen der zahlreichen Minderheiten Syriens. Außerdem berichtet er von der gewaltsamen Türkisierung kurdischer Gebiete in Syrien, die im krassen Gegensatz zu der angeblichen Friedensinitiative Ankaras steht.

Monzer Haider ist ein in Syrien, in Afrin geborener Kurde. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen und schreibt eine Dissertattion über Salafismus.

Am kommenden Donnerstag senden wir den zweiten Teil des Interviews. In diesem geht es um die Freilassung von Mitgliedern der Terrororganisation Islamischer Staat im Rahmen der Offensive der Regierung und verbündeter Stämme gegen die Kurd*innen. Nach Haider wird der IS nun wieder in den Städten aktiv oder versucht es zumindest.

 jk