Frauen am Ende der Lieferkette: »Wir haben nur unsere Hände zum Arbeiten«

»Wir haben nur unsere Hände zum Arbeiten«

Betty (links) und Norma vom Kollektiv Rosa Luxemburgo_klein.jpg

Betty (links) und Norma vom Kollektiv Rosa Luxemburgo
Lizenz: 
Keine (all rights reserved)
Quelle: 
Dorothea Bornewasser

In Ciudad Juárez, der mexikanischen Grenzmetropole zu den USA, laufen die Fließbänder rund um die Uhr. In knapp 300 Montagefabriken – den sogenannten Maquilas – fertigen Arbeiterinnen Autoinnenelektronik, Glasfaserkabel und Roboter für Weltmarktkonzerne wie Bosch, Lear Corporation und Elektrolux. Ein Viertel der Stadtbevölkerung arbeitet hier, zu niedrigen Löhnen, in strengen Schichtsystemen, ohne echte gewerkschaftliche Vertretung. Das Kollektiv Rosa Luxemburgo wurde von Fabrikarbeiterinnen gegründet, die das ändern wollen. Betty Ávalos und Norma Garduño begleiten Frauen bei der Durchsetzung ihrer Arbeitsrechte, kämpfen für kürzere Arbeitszeiten, bessere Gesundheitsversorgung und die Anerkennung von Berufskrankheiten. Dabei stoßen sie auf eine Realität, in der Gewalt am Arbeitsplatz normalisiert ist, Kinderbetreuung fehlt und Jugendliche zwischen Drogenabhängigkeit und organisierter Kriminalität aufgerieben werden. Dorothea Bornewasser hat die Frauen des Kollektivs besucht und erzählt von struktureller Ausbeutung – aber auch von Widerstand, Solidarität und der Überzeugung, dass Arbeit kein Schicksal, sondern ein Politikum ist.