Zerrissenes Land - zerrissene Menschen

Zerrissenes Land - zerrissene Menschen

Diyarbakir_NEW.jpg

Straßenszene aus Diyarbakir, 2012
Quelle: 
eigenes Foto, jk

Schlaglichter auf die türkische Literatur der Nach-Gezi-Zeit aus einem Vortrag, den Oliver Kontny im Orientalischen Seminar der Uni Freiburg gehalten hat. In Zitaten aus literarischen Texten schimmert die Marginalisierung der Literatur wie überhaupt der Intellektuellen in der Erdogan-Türkei durch. Zitate von früher werden fremd oder bekommen plötzlich eine ganz andere Rezeption. Auch eine Rede über den Ausnahmezustand von Erdogan selbst wird davon nicht verschont. In einer Kurzgeschichte von Emrah Serbest über einen kleinen Jungen, der vom Rachedurst auf die Terroristen besessen ist und der einem "wirklichen" Terroristen (und Studenten) und einem schönen Mädchen begegnet, erleben wir den Wahnsinn großer Wort wie "Nation" und "Rache", die von vielen Erwachsenen Besitz ergriffen haben. Oliver Kontny ist Autor, Übersetzer, Menschenrechtsaktivist und Dramaturg. Die HörerInnen von Radio Dreyeckland können am Dienstag, dem 22. März 2016 um 18 Uhr auch sein Hörspiel "Iranian Voices - Republik der Verrückten" hören.