"Schwanken zwischen Amüsement und Abwehrreaktion": Sophie Treadwells "Machinal"

Sophie Treadwells "Machinal"

Jana Hinrichs als Helen in Machinal.jpg

Jana Hinrichs als Helen
Quelle: 
Simon Sahner

"Szene: ein Gerichtssaal.
Sound: Reporter berichten, Anwälte gehen auf und ab, die Jury tuschelt.
Requisiten: eine zerbrochene Flasche, ein Paar Gummihandschuhe, ein blutiges Nachthemd.
Zu Szenenbeginn: Eine junge Frau, des Mordes an ihrem Ehemann beschuldigt, betritt den Zeugenstand.
Wie ist sie hier gelandet?
In diesem Semester spielten die maniACTs, die Theatergruppe des Englischen Seminars, Sophie Treadwells Machinal. Das Stück erzählt die Geschichte einer ganz gewöhnlichen jungen Frau: Sie arbeitet in einem Büro, lernt einen Mann kennen, heiratet, bekommt ein Kind. Bis sie eines Tages aus dieser Welt ausbricht, eine leidenschaftliche Affäre beginnt – und nach dem Tod ihres Mannes vor Gericht steht. Anklage: Mord.
Machinal führt das Publikum durch die verschiedenen Phasen ihres Lebens und bietet verschiedene Gründe für ihre zunehmende Verzweiflung an: ihre grausamen Kollegen und den anzüglichen Vorgesetzten; ihre geistesabwesende Mutter; die verständnislose Krankenschwester auf der Entbindungsstation; die selbstverliebten Anwälte im Gerichtssaal. Niemand geht auf sie ein, nirgends gehört sie dazu, niemals findet sie Ruhe. Sie fühlt sich erstickt von einer aggressiven Medienlandschaft und dem Gefühl der Isolation in einer hektischen Arbeitswelt. Das Stück, das auf einem echten Mordfall beruht, stellt simple schwarz-weiß Vorstellungen."

Wir hören einen Zusammenschnitt des Stücks mit O-Tönen von Regisseurin Anna und Hauptdarstellerin Jana.