Um gegen den Néonazi-Boxclub „Taverne de Thor“ in der Meuse zu protestieren, fanden sich am 7. Februar 2026 rund 500 AntifaschistInnen im Dorf Saulx-lès-Champlon ein. Ein dunkel-bunt gemischtes Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Kulturschaffenden, Vereinen und Antifagruppen hatte seit Dezember zu einer überregionalen Antifademo aufgerufen.
Am Fuß der Weinberge, im durchaus geschichtsträchtigen und von allen Kriegen gezeichneten Landstrich, südöstlich von Verdun, setzte die Mobilisierung von AntifaschistInnen aus Frankreich, Deutschland und den Beneluxstaaten, von vornherein ein deutliches Zeichen gegen nationalistische und fremdenfeindliche Stimmung, gestern und heute.
In Redebeiträgen ging es demnach um Geschichte, um die „Hammerskins“, Repression gegen Antifas und natürlich die USA. Auch ging es um die Schwierigkeiten und Herausforderungen antifaschistischer Arbeit in Strukturschwachen ländlichen Regionen. Hiergegen werde nach einer „grenzüberschreitenden Strategie“ gesucht, bestärkt Gill aus dem Orgakreis gegenüber RDL. Der „wachsenden politischen Bedrohung in den Parlamenten, auf den Straßen der Städte und auf dem Land, müsse ein kämpferischer Internationalismus“ entgegen gesetzt werden.
GewerkschafterInnen, AnwohnerInnen und linke gewählte VertreterInnen von der EU-Ebene bis zum Landkreis, positionierten sich in Redebeiträgen sehr deutlich gegen die Nazis und deren nun zehnjährigen Niederlassung in den Côtes-de-Meuse.
Mit Parolen und Musik wanderte die Demonstration bei heiter Sonnenschein in Richtung des Nazihangars, der sich auf weiten Teilen der Strecke in Sichtweite befand. Ein dutzend Gendarmerie Fahrzeuge schützten das „Hammerskin“ Clubhouse.
Während die einen die Polizeiketten, ohne für französische Verhältnisse besondere Vorkommnisse zu erzeugen, testeten, begaben sich andere zu Crêpes, Flammkuchen und einem René Binamé Konzert im Ortskern. Zurück ging es am Spätnachmittag mit Antifa-Dub von Digital-Steppaz und ohne Festnahmen zum Ausgangsort zurück. Die medial und behördlich prophezeiten Ausschreitungen blieben aus und es wurden kaum Nazis gesehen. Das „Fermez-la!“-Bündnis bestätigte am Abend einen „trotz Schikanen vonseiten der Behörden erfolgreichen Verlauf“.
Hier ein mehr oder weniger gelungener Mitschnitt des Begrüßungsredebeitrags des Bündnisses Fermez-la in englischer Sprache.

