Cannesblog Teil 3: Viele, viele Filme: Das Highlight fehlt noch

Das Highlight fehlt noch

Mittlerweile ist das Festival halb rum, Zeit, daß ich mich mal wieder melde. Leider ist es, wenn man von Film zu Film hetzt, nicht immer ganz einfach, Zeit zu finden, seine Erlebnisse niederzuschreiben.

Kurzes Resumée der letzten Tage: Ich habe in 5 Tagen 19 Filme gesehen. Richtiger Schrott war nicht dabei, das ganz große Highlight fehlt mir aber auch noch. Sehr gut gefallen hat mir die marokkanische Produktion "Le miracle du saint inconnu" ("The unknown Saint"), der in der Reihe Semaine de la Critique lief, also der Reihe für Nachwuchsregisseure, die ihren ersten oder zweiten Spielfilm vorstellen. Ein charmanter Film über einen Dieb, der -- man weiß nicht unter welchen Umständen -- an eine Tasche Geld kommt, die er auf der Flucht vor der Polizeit auf einem Hügel in der marokkanischen Wüste vergräbt, wobei er das Versteck der Tasche als Grab tarnt. Kurz darauf wird er geschnappt, und als nächstes sieht man, wie er das Gefängnis verläßt. Natürlich macht er sich gleich auf den Weg zu jenem Hügel, um seine Tasche auszugraben. Als er dort ankommt, stellt er zu seinem Entsetzen aber fest, daß mittlweile auf dem Hügel genau dort, wo er die Tasche vergrabe hatte, eine Kapelle steht, welche dem "unbekannten Heiligen" gewidmet ist. Verzweifelt versucht er, in den nächsten Tagen an seine Tasche heranzukommen. Nicht ganz einfach, ist doch die Kapelle Nachts bewacht und tagsüber von Pilgern frequentiert.

Gut gefallen hat mir auch Quentin Dupieux' neuester Film "Le daim" ("Deerskin") über eine Jacke aus Hirschleder, die mehr und mehr Gewalt über ihren neuen Besitzer gewinnt und eine Mission verfolgt: Die einzige Jacke auf der ganzen Welt zu sein. Klar, daß das nicht ganz ohne Gewalt funktioniert ...