Darstellung von Roma in Schulbüchern: Die größte europäische Minderheit ist im Schulunterricht eine Unbekannte

Die größte europäische Minderheit ist im Schulunterricht eine Unbekannte

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In alten Schulbüchern fallen rassistische und stereotype Darstellungen leichter auf - aber auch heutige Schulbücher reproduzieren sie.
Quelle: 
flickr.com/Nina Stössinger

Rassistisches Denken ist sehr oft mit Stereotypen verknüpft. Erste Stereotype lernen wir bereits in der Schule, in unseren Schulbüchern.

Riem Spielhaus ist Professorin für Islamwissenschaft an der Universität Göttingen. Außerdem leitet sie die Abteilung „Wissen im Umbruch“ des Georg Eckert Instituts für internationale Schulbuchforschung. Sie hat sich angeschaut, wie Roma in europäischen Schulbüchern dargestellt werden. Sie sind die größte europäische Minderheit; rund 10-12 Millionen leben nach Schätzungen des Europarats in Europa.

In Schulbüchern kommen sie trotzdem kaum vor. Die Geschichts-, Politik- und Sozialkundebücher in 21 europäischen Ländern erwähnen Roma nur rund 800 Mal. Demographische Daten und ihre Verfolgung zu Zeiten des Nationalsozialismus stünden dann im Vordergrund. Als Einzelpersonen mit Namen und individuellem Lebensverlauf lernen Schüler*innen sie hingegen kaum kennen, sagte Riem Spielhaus im Interview mit Isabel.