"Eine Gesellschaft ist nur so stark, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht" - Zentralrat der Sinti und Roma zur deutschen Verantwortung für die Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien

"Eine Gesellschaft ist nur so stark, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht" - Zentralrat der Sinti und Roma zur deutschen Verantwortung für die Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien

2014-09-13 Plakat Kundgebung Roma HKL.png

Plakat zur Kundgebung am 12. September 2014
Plakat zur Kundgebung am 12. September 2014
Quelle: 
Flüchtlingsrat Baden-Württemberg

"Die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den Roma aus den Westbalkanstaaten" - unter diesem Motto lud das Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung am 1. Oktober zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung. Sie steht im Kontext der Forderung des Freiburger Forums nach einem humanitären Bleiberecht für geflüchtete Roma. Ein Mitglied des Freiburger Forums berichtete aus eigener Erfahrung über die Situation der Roma in Mazedonien, die er beispielhaft für die absurde Einstufung "sicherer Herkunftsstaaten" anschaulich machte. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Emran Elmazi, Leiter des Referats Dialog beim Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma, der über die Verfolgung und Ermordung der Roma durch die deutschen Nationalsozialisten und ihre Verbündeten sprach, mit einem besonderen Fokus auf Serbien und Kroatien. Er belegte seine Darstellung mit erschütternden Augenzeugenberichten. Anschließend ging er auch auf die Verantwortung ein, die Deutschland mit seiner Beteiligung am Kosovokrieg trägt - eine Verantwortung besonders für die weiteren Entwicklungen bis heute, wie Elmazi betonte. Die aktuelle Politik von der Einstufung sogenannter "sicherer Herkunftsstaaten" bis zur Einrichtung von Sonderlagern für Flüchtlinge aus diesen Staaten sieht auch Elmazi als komplett verfehlt an. Hier ein kurzer Bericht von dem Vortrag mit zwei kleinen Ausschnitten. Den ganzen Vortrag könnt Ihr demnächst in der Sendung O-Ton Playback nachhören.