Vorschlag der EU-Kommission zur Reform der EU Agrarpolitik: "Grundausrichtung auf billige Produktion bleibt unverändert"

"Grundausrichtung auf billige Produktion bleibt unverändert"

Die Europäische Union lässt sich nichts mehr kosten als die Landwirtschaft. Schon seit langem ist sie der größte Kostenpunkt im Haushalt.Der größte Teil des Geldes wird dabei als Direktzahlung vergeben. LandwirtInnen bekommen also einfach einen bestimmten Betrag pro Hektar Land, den sie bewirtschaften. An dieser Art der Verteilung gibt es schon länger Kritik. Von Umweltverbänden Kleinbäuerinnnen und Kleinbauern und SteuerzahlerInnen – Die beklagen kurz gesagt, dass damit einfach Geld mit der Gießkanne verteilt wird, unabhängig davon, was die Bäuerin mit dem Hektar Land eigentlich anstellt.
Jetzt hat die EU Kommission am vergangenen Freitag einen Vorschlag gemacht, wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU nach 2020 aussehen soll – Also wie die Subventionen künftig verteilt werden sollen. Eine richtig weitgehende Reform hatte die Kommission aber nicht im Gepäck. Die größten Neuerungen sind wohl: Mitgliedsstaaten sollen deutlich mehr Spielraum haben. Direktzahlungen werden ab einer bestimmten Höhe gedrosselt und ab 100 000 Euro ganz gekappt. Und die Direktzahlungen sollen an ein bisschen mehr Umweltstandards gebunden sein. Im Interview bewertet Tobias Reichert, Teamleiter für Welternährung, Landnutzung und Handel bei der Organisation German Watch den Vorschlag.