Studie zu Angriffen auf Journalist*innen in Deutschland: 'Lügenpresse'-Vorwurf verbindet rechtsextreme und bürgerliche Milieus

'Lügenpresse'-Vorwurf verbindet rechtsextreme und bürgerliche Milieus

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Pressekonferenz
Pressekonferenz Rathaus Köln zu den Vorgängen in der Silvesternacht 2015
Quelle: 
Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Das European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) in Leipzig hat bereits zum dritten Mal die Berichte von Angriffen auf Journalist*innen in Deutschland gesammelt und ausgewertet. Nachdem es 2017 eine kleine Delle in den absoluten Zahlen gab, sind die Attacken in den ersten drei Quartalen dieses Jahr wieder massiv gestiegen. Von 22 dokumentierten Vorfällen kamen 18 aus dem rechtsextremen Milieu, zwei konnten nicht exakt zugeordnet werden und in zwei Fällen wurden Journalist*innen von dem linken Spektrum zugerechneten Personen angegriffen.

Zusätzlich zu den steigenden Zahlen ist seit mehreren Jahren auch eine pauschale Ablehnung von Medienvertreter*innen in der rechten Szene zu beobachten. Waren früher vor allem Fachjournalist*innen betroffen, die zu rechtsextremen Strukturen recherchierten, werden mittlerweile unterschiedslos alle als solche erkennbaren Pressevertreter attackiert.

Martin Hoffmann hat für das ECPMF die Studien geleitet und mit Radio Dreyeckland über die Entwicklung seit 2014, die juristische Aufarbeitung und den 'Lügenpresse'-Vorwurf gesprochen.