Der Fall hat in Freiburg für Entsetzen gesorgt: Ein Mitarbeiter der Universität, der im Service-Center Studium als Studienberater tätig war, hat am Arbeitsplatz, in Toiletten und im Bad einer von ihm vermieteten Studentenwohnung Kameras versteckt. Auch auf einer Dienstreise filmte er Kolleginnen. Insgesamt sind weit mehr als 800 Frauen zwischen 2009 und 2024 Opfer seiner heimlichen Videoaufnahmen geworden. Im Prozess am Amtsgericht Freiburg ist Anfang März das Urteil gefallen: der Angeklagte erhält eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten – auf Bewährung.
Innerhalb der Universität war vonseiten der Studierenden und Mitarbeitenden die Empörung über das Urteil groß – viele betrachteten die Strafe als zu milde. Viel Kritik gab es auch am Vorgehen der Hochschulleitung: Bereits 2024 wurde der Täter fristlos gekündigt, viele potenziell betroffene Studentinnen und Mitarbeiterinnen erfuhren aber erst durch die BZ-Berichterstattung zum Gerichtsprozess von dem Fall.
Das Studierendenkollektiv Freiburg mobilisierte nach dem Prozess zu mehreren Kundgebungen vor der Universität. Wir haben mit ihnen über den Fall gesprochen.
