Sonderlager für geflüchtete Roma vom Balkan - Bayern macht vor, was schon Bundes-Konsens ist

Sonderlager für geflüchtete Roma vom Balkan - Bayern macht vor, was schon Bundes-Konsens ist

Die Bayerische Landesregierung will Flüchtlinge aus den Westbalkanstaaten in gesonderten Erstaufnahmezentren in Grenznähe unterbringen. Mit unverhohlener Botschaft: Sie werden aussortiert, weil sie unerwünscht sind. Diese Meldung hat doch ein wenig Medienecho und auch Kritik aus der SPD ausgelöst. Doch die Aussortierung unerwünschter Flüchtlinge, die zu wesentlichen Teilen geflüchtete Roma trifft, ist eine Tendenz, die durch die Parteien hindurch und von praktisch allen Landesregierungen getragen wird. Wir sprachen mit Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat über diesen um sich greifenden Antiziganismus in der deutschen Asylpolitik, über Seehofers Pläne und über die historische Verantwortung der BRD gegenüber den Roma. Zunächst fragten wir ihn, nach welchen Kriterien denn bereits vor dem Asylverfahren entschieden werden soll, wer keine "Bleiberechtschancen" hat und damit in die Sonderlager kommen soll.