Spanien: Haft- und Geldstrafen wegen Wiederbesiedlung eines verlassenen Dorfes

Spanien: Haft- und Geldstrafen wegen Wiederbesiedlung eines verlassenen Dorfes

Am Mittwochabend wurden 6 Männer wegen „Aneignung eines öffentlichen Waldgebietes“ in letzter Instanz zu 18 Monaten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe verurteilt. Außerdem müssen sie die von ihnen errichteten Gebäude in dem Dorf Fraguas dem Erdboden gleichmachen und die Trümmer selbst entsorgen. Die Ursprünglichen BewohnerInnen mussten das ca. 100 km nordöstlich von Madrid gelegene Dorf Fraguas noch unter der Franco-Diktatur vor 50 Jahren verlassen. Anschließend fanden dort militärische Übungen statt. Heute gilt das Gelände offiziell als Naturpark. Es wurde mit nicht heimischen Fichten aufgeforstet und dient auch immer noch dem Miltär für Übungen. Die verurteilten Männer wollten das Dorf wiederbesiedeln und dort ökologischen Landbau betreiben. Ihnen haben sich mittlerweile einige weitere Neusiedler angeschlossen. Die Regionalregierung der Region Kastilien-La Mancha sieht indessen in der Neubesiedlung von Fraguas und anderen Dörfern einen Verstoß gegen die Ordnung der Region. Deshalb geht sie gegen die Neusiedler mit einem Paragraphen vor, der sich eigentlich gegen BodenspekulantInnen richten soll.