Rechtsruck im Betrieb: Springerstiefel an den Berufsschulen

Springerstiefel an den Berufsschulen

Rechte Positionen fassen immer mehr Fuß im Betrieb. In einem Vortrag im Gewerkschaftshaus Freiburg am vergangenen Dienstag (dem 24. Februar 2026) wurde diese Entwicklung anhand der sogenannten "alternativen Gewerkschaft" Zentrum Automobil erläutert. Der im Raum Stuttgart gegründete Verein fungiert als Teil dessen, was die AfD gerne als ihr "Vorfeld" bezeichnet. Hinter dem Begriff "Vorfeld" stecken oft weltanschauliche Positionen, mit denen sich die Partei nicht offen identifizieren kann, mit denen sie sich aber solidarisch zeigt. Einen Unvereinbarkeitsbeschluss, den die AfD selbst ursprünglich gegenüber von Zentrum Automobil gefasst hatte, wurde von Björn Höcke und seinem Gefolge 2022 gekippt. 

Die bisherigen Erfolge der Vertreter*innen von Zentruim Automobil bei Betriebsratswahlen sind sehr überschaubar. Gefahr sehen Anna Große Schulte (Vertrauenskörper der IG Metall) und Lukas Hezel (vom Verein zur Bewahrung der Demokratie) dennoch: Hezel betont mit Blick auf die kommenden Betriebsratswahlen 2026, das Erscheinen von Zentrum Automobil sei nur die Spitze des Eisbergs.

Eine weitere Perspektive, nämlich die der Auszubildenden, bietet Schamil von den Azubis gegen Rechts Freiburg. Nach dem Vortrag beschreibt Schamil im Interview, wie sich rechtsextreme Ansichten auch in den Berufsschulen immer offener zeigen und erklärt, warum es besonders als Azubi schwere Folgen nach sich ziehen kann, diese im Betrieb zu konfrontieren.