Syrien: Regierungstruppen rücken vor, Türkei fordert Rückzug

Syrien: Regierungstruppen rücken vor, Türkei fordert Rückzug

Gestern ist es den Regierungstruppen erstmals seit 8 Jahren gelungen, die Autobahn M5 zwischen Hama und Aleppo vollständig in ihre Hand zu bekommen. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar forderte indessen den sofortigen Rückzug der syrischen Armee hinter die M5. Am 5. Februar hatte der türkische Präsident Tayyip Erdogan sogar den Rückzug der syrischen Truppen aus allen seit Dezember eroberten Gebieten gefordert. Andernfalls kümdogte er ein militärisches Eingreifen der Türkei an. Am Montag hatten syrische Truppen einen türkischen Stützpunkt in Syrien mit Artillerie beschossen, wobei 5 türkische Soldaten getötet wurden. Kurz zuvor hatte die türkische Armee von dem gleichen Stützpunkt aus syrische Truppen beschossen, um einen Gegenangriff der Rebellen zu unterstützen. Anfang des Monats waren 7 türkische Soldaten und ein Zivilangestellter der Armee bei einem syrischen Angriff auf einen türkischen Konvoi getötet worden. Auch die türkische Armee beschießt immer wieder syrische Truppen. Russland forderte die Türkei gestern auf, Angriffe auf syrische und russische Truppen zu unterlassen.

 

Die Türkei hat gestern und heute am frühen Morgen ihre Truppen im Rebellengebiet um Idlib erneut verstärkt. Die syrische Armee erklärte gestern, sie sei zu einem Kampf gegen die türkischen Truppen bereit. Um einen Rückzug der syrischen Armee zu erreichen will Erdogan indessen zunächst mit Putin telefonieren.

Erdogan möchte eine neue Massenflucht Richtung syrisch-türkischer Grenze verhindern. Nach Angaben der UNO sind wegen der neuen Offensive bereits 700 000 Menschen geflohen. Es gibt zu wenige Zelte und in dem Gebiet hat es geschneit. Indessen war Erdogan selbst erst im Oktober mit einer Offensive verantwortlich für eine Massenflucht in einer hauptsächlich von Kurd*innen bewohnten Grenzregion in Ostsyrien.