Flinta*News im MiMoRa: Und noch ein Buchtip…

Und noch ein Buchtip…

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Pinkes Bild mit Text "flinta*mimora" mittwochs von 08-10 uhr auf rdl.de und 102,3 mhz, im hintergrund ein roter mund mit zähnen und zunge aus dem kommen wellen-artige bewegungen raus
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linda

... was in der Medizin anders wäre, „wenn Männer Kinder gebären würden.“

In Sachen geschlechtsspezifische Medizin gibt es noch viel zu tun, sagt Gynäkologin, Biologin und Forscherin Dorothee Biener. Es müsse viel getan werden, „um bestimmte Frauenerkrankungen besser verstehen zu können, die schlichtweg eine viel kleinere Lobby haben.“ Biener hat letztes Jahr ihr Buch "Wir Superheldinnen" herausgebracht und konstatiert im Interview mit GMX: Wenn Männer Kinder gebären würden wären beispielsweise alle Probleme bezüglich der Versorgung mit Schmerzmitteln unter der Geburt geklärt. "Stattdessen durchleben Frauen im Kreißsaal häufig Situationen, die ich aus medizinischer Perspektive als inadäquat behandelt bezeichnen würde.“

Sie sagt: „Sätze wie ‚Diese Schmerzen gehören zum Frausein dazu und müssen ausgehalten werden‘ sollten aus dem gesellschaftlichen Mindset verschwinden.“

Der Titel des Buches soll weiblich gelesene und FLINTA* Personen daran erinnern, „Wie stark ihr Körper ist“: „Wir Frauen neigen häufig dazu, unsere Größe, Maße, Haarfarbe und viele weitere Körpermerkmale so sehr zu hinterfragen, dass wir dabei völlig vergessen, wie fantastisch wir und unsere Körper eigentlich sind“, so Biener. Und weiter: „Ich glaube, unser Körperbild hat viel mit unserer Erziehung und Sozialisation zu tun. Kleine Kinder etwa haben ein absolutes Urvertrauen in ihren Körper. Doch genau dieses Urvertrauen scheint Mädchen und Frauen im Laufe der Jahre abhandenzukommen, anders als bei Jungen und Männern. Denn ein weiblicher Körper wird schnell von der Gesellschaft beurteilt und bewertet – das macht natürlich etwas mit den Betroffenen.“

Biener räumt in ihrem Buch auf mit Mythen rund um vaginalen Orgasmus, den „perfekten Körper“ und Cellulitecremes. Sie plädiert für einen Austausch des gelebten Wissens von Menschen mit Uterus allen Alters und steht ein für eine Enttabuisierung von Menopause, Menstruation, Inkontinenz, Schwangerschaftsverlust und Älterwerden. Zweifel am eigenen Körper können und sollen wir mit dem Auffüllen von Wissenslücken überwinden.

Das Buch ist im Penguin Verlag erschienen, hat 368 Seiten, kostet 18€.

(dm)