In der 4. und letzten Folge beginnen wir mit der Frage, wie antifeministisch Deutschland eigentlich war – und wie kurz das her ist. Der gesellschaftliche Antifeminismus war kein Ausrutscher, er war der Mainstream. Dass mit dem feministischen Erstarken der Zehnerjahre gleichzeitig AfD, Men's-Rights-Bewegungen und organisierter Antifeminismus entstanden, ist für Sandra und Kersty Grether kein Gegenbeweis für Fortschritt, sondern sein Symptom.
Für die Zwanziger gilt: Musikerinnen dürfen heute Stile mischen, die vor zehn Jahren noch als unvereinbar galten. Strukturell hat sich dagegen erschreckend wenig getan. Der Anteil weiblicher Acts auf internationalen Festivals liegt immer noch bei 15 Prozent. Studios, Labels, Live-Clubs: in Männerhand. Das Prinzip Girlgroup war eigentlich nie wirklich on-vogue – was bleibt, ist die vereinzelte, kontrollierbare Frau.
Und dann, unvermeidlich: Taylor Swift. Kein Rebel Girl, sagen die Autorinnen – eher ein Good Girl mit sehr viel Geld. Dass eine Songwriterin mit langen, poetischen Texten Welterfolg hat, ist trotzdem ein Fortschritt. Die Frage bleibt, wohin die Energie der Swifties eigentlich fließt – und was passiert, wenn den Männern immer noch der Laden gehört.
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Playlist:
1) Bernadette La Hengst - Niemals dorthin
2) Sleater Kinney - Dig me out
3) Wet Leg - Chaiselounge
4) Dry Cleaning - Scratchcard Lanyard
5) Patti Smith - April Fool
6) Taylor Swift - August
7) Doctorella - Wenn wir tot wären
8) Big Thief - Not
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Von Grace Slick bis Bikini Kill, von Tina Turner bis Billie Eilish, von Patti Smith bis Taylor Swift – in mehr als vierzig originellen Porträts erzählen Kersty und Sandra Grether so einfühlsam wie mitreißend und humorvoll von starken Sängerinnen und Rockgöttinnen, die das Genre sprengten und Grenzen überschritten. Was verbindet die großen Musikerinnen über die Jahrzehnte hinweg, wogegen kämpften sie an?

