Angriffe von Neonazis: 24-jähriger Rom bei Pogromserie in Ukraine getötet

24-jähriger Rom bei Pogromserie in Ukraine getötet

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Screenshot eines eigenen Videos der Neonazis von ihrem Angriff auf ein Romacamp im Holosiyivskiy Park in Kiew am 7. Juni 2018
Screenshot eines eigenen Videos der Neonazis von ihrem Angriff auf ein Romacamp im Holosiyivskiy Park in Kiew am 7. Juni 2018
Quelle: 
https://www.youtube.com/watch?v=X73xIGsQLvw

Bei einem Pogrom gegen Roma im ukrainischen Lwiw/ Lviv wurde am 23. Juni ein 24-jähriger Mann ermordet. Weitere Personen, darunter ein Kind, wurden verletzt. Der Mord bildet den Höhepunkt einer ganzen Welle von Angriffen in den letzten Monaten. Bereits im April und Mai hatten Neonazis in verschiedenen ukrainischen Orten Roma aus informellen Camps vertrieben und diese zerstört und niedergebrannt. Teils filmten sie sich dabei auch noch stolz. Die Gewaltwelle ist jedoch keine völlige Neuheit und nicht einmal der Mord ist der erste: Im Mai 2017 war bereits ein 49-jähriger Rom erschossen worden, ein Anwalt, der sich mit diesem Angriff befasste, soll dieses Jahr gewaltsam angegriffen und mit dem Tod bedroht worden sein. Erschreckend ist auch, dass die Polizei offenbar nicht ausreichend zum Schutz der Roma eingreift und bisher auch keine politischen Konsequenzen gezogen wurden. Und schließlich bleibt auch festzustellen, dass solche Gewalttaten sich auch in anderen Ländern Ost- und Südosteuropas häufen, so kam es kürzlich auch zu Morden an Roma in Bulgarien und Griechenland, wo ein 13-jähriges Mädchen getötet wurde. Wir sprachen mit Kenan Emini vom Bundesromaverband.

Weitere Informationen zu den Angriffen gibt es u.a. beim Roma Antidiscrimination Network, eine Stellungnahme beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.