Charterabschiebung nach Serbien und Mazedonien: Abschiebung aus mehreren Bundesländern wieder über Karlsruhe - Baden-Baden

Abschiebung aus mehreren Bundesländern wieder über Karlsruhe - Baden-Baden

Diskriminierung.JPG

Quelle: 
Foto: RDL

Vom Flughafen Karlsruhe - Baden-Baden aus wurden am heutigen 23. Januar erneut Menschen aus mehreren Bundesländern abgeschoben. In dem Charterflug saßen nach Angaben des zuständigen Regierungspräsidiums insgesamt 24 Personen, davon eine aus Hessen und neun aus Thüringen; die übrigen hatten in Baden-Württemberg gewohnt.

Jeweils 12 Menschen wurden nach Serbien und nach Mazedonien abgeschoben. Ursprünglich seien 76 Personen zur Abschiebung vorgesehen gewesen, so das RP Karlsruhe.

Von diesem Abschiebeflug war niemand aus einer Landeserstaufnahmestelle betroffen. Da für Asylsuchende aus den sogenannten "sicheren Herkunftsstaaten", und damit auch aus Serbien und Mazedonien, die Unterbringung in Erstaufnahmestellen verpflichtend ist, wenn sie den Asylantrag nach dem 31. 08. 2015 gestellt haben, müssen die heute abgeschobenen Menschen schon vorher nach Deutschland gekommen sein. Das heißt, sie lebten seit mindestens 3 Jahren und 4 Monaten oder noch länger im Bundesgebiet, und wurden nun aus diesem mittlerweile vertrauten Umfeld herausgerissen. 11 von ihnen seien Angehörige von Roma-Minderheiten, so das RP - eine Bevölkerungsgruppe, die durch soziale Ausgrenzung oft besonders vom Zugang zu Wohnungen, Arbeit und medizinischer Versorgung ausgeschlossen ist. Diese Situation wirkt sich umso schärfer aus, wenn sie sich nun von heute auf morgen, z. B. ohne Vorräte an Brennmaterial, im Winter durchschlagen müssen.