Feministisch getragene Proteste gegen das Regime: All Eyes on Iran!

All Eyes on Iran!

Jin_Jiyan_Azadi_by_Btoy,_Schwendergasse,_Vienna_Von Herzi Pinki, CC BY-SA 4.0.jpg

Kunst von Btoy in der Schwendergasse in Wien
Lizenz: 
Keine (all rights reserved)
Quelle: 
Herzi Pinki, CC BY-SA 4.0

(Der Beitrag entstand noch VOR den militärischen Auseinandersetzungen in der Region)

Der feministische Kampf in Iran ist älter als die islamische Republik – er reicht zurück bis 1905. Aber seit 1979 hat das Regime systematisch Frauen kontrolliert: ihren Körper, ihre Stimme, ihre Sichtbarkeit. Der Hijab ist dabei nie nur ein Stück Stoff gewesen. Er ist das sichtbarste Symbol eines Systems, das seine Legitimität aus der Unterdrückung der Mehrheit zieht. Als Mahsa Jina Amini 2022 stirbt, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, schlägt der Funken über. Was folgt, ist keine gewöhnliche Protestwelle – sondern eine Bewegung, die Frauen erstmals nicht als Symbolfiguren, sondern als politische Akteurinnen in den Vordergrund stellt. Frau, Leben, Freiheit. Wir nähern wir uns diesen Bewegungen aus unterschiedlichen Perspektiven an: Samira Bazm Ara blickt mit uns in die Geschichte feministischer Proteste. Die junge Iranerin Parnian hat 2023 selbst erlebt, wie es ist, auf der Straße festgehalten zu werden und trotzdem nicht zu schweigen. Und Felicia Fehlberg untersucht in ihrer Bachelorarbeit, welche Rolle Musik bei den »Frau, Leben, Freiheit« Protesten spielte.

Von Eva Gutensohn