Kein Schlussstrich - 20 Jahre Gedenken der Opfer des NSU: Apsilons "Sommermärchen": Rap als postmigratischer Widerstand im NSU-Komplex

Apsilons "Sommermärchen": Rap als postmigratischer Widerstand im NSU-Komplex

NSU-Mahnmal_Dortmund_1[1].jpg

Mahnmal für die NSU-Todesopfer Dortmunder Hbf: Ein grauer Steinblock besagt "Wir trauern um Enver Şimşek Abdurrahim Özüdoğru Süleyman Taşköprü Habil Kılıç Mehmet Turgut İsmail Yaşar Theodoros Boulgarides Mehmet Kubaşık Halit Yozgat Michèle Kiesewettter"
Mahnmal für alle NSU-Todesopfer beim Dortmunder Hauptbahnhof (2013)
Lizenz: 
Public Domain
Quelle: 
Reclus, NSU-Mahnmal Dortmund 1, CC0 1.0

An was denken wir, wenn wir an die ersten warmen Tage 2006 denken? Die WM 2006, die Welt zu Gast bei Freunden, Deutschlandfahnen im Aldi und überall, volle Kneipen und Grillfeste? 

Oder denken wir auch an Mehmet Kubaşık? Kennen wir überhaupt Mehmet Kubaşık? Er war das achte Mordopfer der Neonazis die sich im rechtsextremen Terrornetzwerk NSU organisierten - ein Vater, ein Kioskbesitzer, der am 04.04.2006 in seinem eigenen Laden ermordert wurde. 

Sein Tod jährt sich dieses Jahr zum 20. Mal. Anlässlich dazu veröffentlichte der Berliner Rapper Apsilon seinen neuen Track "Sommermärchen", in dem er über die absurde Gleichzeitigkeit der Ereignisse, also der WM und der NSU Morde, rappt. Apsilon verarbeitet den zutiefst von Rassismus geprägten Umgang mit den Morden und zeigt wie postmigrantische Solidarität und Erinnerungsarbeit dem Versagen des Staates entgegenstehen. 

Wir schauen uns den Track in diesem Beitrag mal an. 

Den Song inklusive Musikvideo könnt ihr hier in ganzer Länge hören.