Auswärtiges Amt macht Familiennachzug mit Geschwistern zu minderjährigen Flüchtlingen laut Pro Asyl unmöglich

Auswärtiges Amt macht Familiennachzug mit Geschwistern zu minderjährigen Flüchtlingen laut Pro Asyl unmöglich

Laut der flüchtlingspolitischen Organisation Pro Asyl machen neue Leitlinien des Auswärtigen Amts den Familiennachzug mit Geschwistern zu minderjährigen Flüchtlingen "faktisch unmöglich". Ein Runderlass vom 20. März legt die konkreten Bedingungen für den Familiennachzug im Falle von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

Laut Pro Asyl baue dieser Erlass neue Hürden für den Familiennachzug auf, statt Lücken zu schliessen. So sei es minderjährigen Flüchtlingen nahezu unmöglich nachzuweisen, dass sie über ausreichend Wohnraum für ihre Eltern und Geschwister verfügen. Ausserdem sollen Behörden nur in Ausnahmefällen davon absehen, ob die Familie ihren Lebensunterhalt sichern kann. Schliesslich seien Härtefälle so restriktiv gefasst, dass nur wenige Ausnahmen den Familiennachzug ermöglichen.

Pro Asyl kritisiert mit einem realen Beispiel, dass syrische Eltern vor der Wahl gestellt wurden, entweder zu ihren Kindern von 19 und 16 Jahren nach Deutschland nachzuziehen, oder weiter mit ihren 10- und 8-jährigen Kindern in der Türkei zu bleiben. Die deutsche Botschaft in Ankara hatte den Eltern Visa zum Familiennachzug gewährt, ihren jüngeren Kindern jedoch nicht. Grund dafür war, dass ihre älteren Kinder, die in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt sind, nicht genug Wohnraum und Lebensunterhalt für die kleineren Kinder sichern konnten.

(mc)