Soliszene bereitet sich auf den Ernstfall vor: Die Sicherheitslage für Aktivist*innen in Brasilien droht zu eskalieren

Die Sicherheitslage für Aktivist*innen in Brasilien droht zu eskalieren

Zwei Opfer politischer Morde dieses Jahr in Brasilien

Ato Haddad e Manu Sim • 20/10/18 • Belo Horizonte (MG)
Zwei Opfer politischer Morde dieses Jahr in Brasilien
Quelle: 
Midia Ninja [flickr]

Am Sonntag den 28.11. wurde Jair Bolsonaro mit deutlichen Vorsprung zum künftigen Präsidenten Brasiliens gewählt. Auch wenn man Aufgrund der Wahlenthaltung nicht behaupten kann, dass er von der Mehrheit der Brasilianer*innen gewählt wurde steht er trotzdem als klarer Sieger der Stichwahl fest.

Obwohl der faschistische Politiker erst ab 01. Januar 2019 sein Amt antreten wird fühlen sich seine politischen Gegner*innen von seinen Anhängern massiv bedroht wie uns Niklas Franzen zu Beginn des Interviews erläutert. Diese Bedrohungslage hatte sich auch schon direkt nach dem ersten Wahlkampf abgezeichnet. Deshalb haben Aktivist*innen aus der Brasilien Soli Szene nach der Entscheidung im zweiten Wahlgang dazu aufgerufen sich zu vernetzen. Alle die sich vorstellen könnten fliehende Brasilianer*innen bei ihrer Ankunft in Europa zu unterstützen sollten ein Formular ausfüllen um ihren Kontakt zu erfassen. Die Unterstützungsangebote reichen von einer Unterkunft, über eine Beschäftigung bis hin zu Übersetzung und juristischer Beratung.

Außerdem hat die Kooperation Brasilien Visa Informationen für Brasilianer*innen auf Portugiesisch zusammen gefasst, damit sich bedrohte Menschen in Brasilien informieren können was für Möglichkeiten sie haben.

Im Interview beschreibt zunächst Niklas Franzen die Bedrohungslage in Brasilien, im zweiten Teil des Interviews erklärt Fabian Kern von der Kooperation Brasilien die Entstehung der Kontaktsammlung.