Die Unterdrückung von Frauen und Mädchen ist unter den Taliban in Afghanistan weltweit extrem. Schulbildung nur bis maximal zum 12. Lebensjahr, kein Recht sich in der Öffentlichkeit auch ohne die Begleitung eines männlichen Verwandten zu bewegen, Verbot laut zu reden usw. Dass Frauen vom Taliban-Regime besonders unterdrückt werden, heißt aber nicht, dass es nicht auch viele Regeln für Männer und drakonische Strafen bei ihrer Nichteinhaltung gäbe. Selbst die Länge der zu tragenden Bärte ist vorgeschrieben. Dazu kommt die Unterdrückung religiöser und ethnischer Minderheiten, Ungleichbehandlung vor Gericht, Verfolgung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer als regimefeindlich angesehenen Familie, Verfolgung von LGBTQ usw. Trotzdem sinkt die Anerkennungsquote für männliche Flüchtlinge aus Afghanistan rapide. Radio Dreyeckland sprach darüber mit Wiebke Judith von Pro Asyl. Wiebke Judith weist auch auf die katastrophale humanitäre Situation hin, die jetzt durch die Ausweisung einer großen Zahl von afghanischen Flüchtlingen aus Iran und Pakistan verschärft wird. Außerdem kritisiert sie die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den Taliban bei Abschiebungen.
jk
