Waldenspuhl verlangt Distanzierung von unterlegenen Bürgerentscheidbetreibern gegen die Dietenbach Bebauung: Im Bürgerentscheid zu Dietenbach "rote Linie zum Antisemitismus überschritten"

Im Bürgerentscheid zu Dietenbach "rote Linie zum Antisemitismus überschritten"

Die Debatte zum Ergebnis des Bürgerentscheid war im Gemeinderat am Dienstag, 26.Februare 2019 schon beendet. Da konnte doch noch  Stadtrat Waldenspuhl das Worte ergreifen. Er stellte die Überschreitung einer roten Linie im Abstimmungskampf fest - die des Antisemitismus.
Der von den Dietenbach-Bebauungsgegnern eingeladene Franz Alt hatte in seinem Vortrag das Versagen die Bebauung zu verhindern und so - nicht etwa durch die in der kapitalistischen Konkurrenz forcierte chemisch-synthetische Ackerfruchtbarkeitsvernichtung - zum Klimatod-Wandel beizutragen,  als das erneutes Versagen des deutschen Volkes wie beim Holocaust postuliert.

Waldenspuhl verlangte vom Initiativkreis  wie auch der Fraktion Freiburg Lebenswert/Für Freiburg eine  klare Distanzierung von diesem Vergleich, der nach der Definition des europäischen Menschenrechtskomittees als Antisemitismus gebrandmarkt ist.

Diese unmissverständliche Distanzierung verweigerte Ex-OB Kandidat Kröber gegenüber RDL beim Abschlussinterview auf dem Platz der Alten Synagoge. Sein Kollege im Vertrauensmännergremium U. Glaubitz verteidigte darüber hinaus Kröbers  Rechtfertigung der Verwendung von medizinisch-biologischen Metaphern ("Krebsgeschwür") zur Beschreibung von gesellschaftlichen Prozessen als "normal" und nicht spezifisch reaktionär-nazistisch nach der indoktinierenden Verwendung im Nazismus (Volkskörper/Ausmerzung/Rassenlehre).
Die von Glaubitz als Kronzeugin berufene Philosophin S.Lehmann (2004) hatte allerdings die biologischen Metaphern wie "organisch" bzw. "natürlich" geschichtlich in Abgrenzung zu "Vertragsmetaphern" bei der Rechtfertigung von Herrschaft(sic!) seit dem Altertum bearbeitet. Nach den in der "Moderne" zur Rechtfertigung von Kolonialismus und nationalsozialistischen, industriellen Massenmordes genutzten Legitimierung kann ein solche Verharmlosung aber nur als Gewöhnung und Re-Legitimierung des wieder Sagbaren bezeichnet werden.

Michael Menzel (28.2.2014)