Kundgebung vor dem Hauptauschuss am Bürgerhaus Zähringen in Freiburg: Keine Einsparungen im Sozial- und Erziehungsbereich

Keine Einsparungen im Sozial- und Erziehungsbereich

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"Keine Kürzung im Sozialbereich fordert die Freie Arbeiter*innen Union (FAU)
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Quelle: 
Flauschi

Bei einer Kundgebung am Bürgerhaus Zähringen zur Tariferhöhung im Sozial- und Erziehungsdienst versammelt sich rund 50 Personen aus KiTas, Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen. In einer Pressemeldung erklärten der AKS (Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Freiburg), Care Revolution Freiburg, die Belegschaft der „Kita Glacisweg e.V. – Kita auf dem Grethergelände“, FAU Freiburg – Arbeitsgruppe Soziale Berufe, Solibündnis zum Sozial und Erzieher:innen-Streik wie folgt:

"Die Freiburger Stadtverwaltung mitsamt erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach plant aktuell, die Lohnerhöhungen durch den letzten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst nicht an die freien Träger weiterzugeben. Da viele soziale Einrichtungen sich voll oder überwiegend durch die Zuschüsse der Stadt finanzieren, kommt dies einer Aufforderung gleich, die aktuelle moderate Lohnerhöhung nicht an uns Beschäftigte weiterzugeben. Entweder bekommen wir also keine Lohnerhöhung oder die Lohnerhöhung wird durch Stelleneinsparungen kompensiert – was für uns zu Arbeitsverdichtung und mehr Stress führen wird. Im Kita Bereich könnten die Mehrkosten auch von den Eltern eingefordert werden.

Die Weitergabe von Lohnerhöhungen war bisher fest etablierte Praxis. Durch diesen Vorstoß animiert die Stadtverwaltung Freiburg die freien Träger dazu, nicht mehr den Tariflohn zu zahlen und schwächt somit die ohnehin nicht stark ausgeprägte Tarifbindung in der ganzen Branche."

Begründet würderd diese faktische Kürzung im Sozial- und Erziehungsbereich mit den Kosten der Corona Pandemie. Die Klient*innen der Care-Arbeitenden, seien es Wohnungslose, Geflüchtete, Kinder mit besonderem Bedarf oder Familien in prekären Verhältnissen, sind besonders stark von den Folge der Pandemie betroffen, so die Pressemeldung des AKS.

Einige Eindrücke vor Ort finden sich in den Stimmen der Anwesenden wieder. So erklärt Frank vom AKS die Wichtigkeit einer Kundgebung auch in Pandemiezeiten und betont noch einmal, wie essenziel Solidarität und Vernetzung sind. 4:43

Lina Wiemer-Cialowicz, Gemeinderätin aus der EineStadtfürAlle-Franktion, zeigte sich erfreut über die Proteste rund um die Tarife. Sie kritisiert die sogenannte "nachhaltige Finanzpolitik" der Stadtverwaltung. Es handle sich hierbei um Sparpolitik, bei der die Gemeindeverwaltung "den Knall noch nicht gehört habe".2:28

Auch der Oberbürgermeister, Martin Horn blieb vor dem Sitzungssaal bei den Demonstrierenden stehen und versuchte im Gespräch die Position der Gemeindeverwaltung zu erläutern.7:04