Kongolesischer Arzt erhält Menschenrechtspreis des EU-Parlaments

Kongolesischer Arzt erhält Menschenrechtspreis des EU-Parlaments

Am gestrigen Mittwoch wurde der mit 50 Tausend Euro dotierte Sacharow-Preis an den kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege verliehen. Der Frauenarzt hat ein Krankenhaus im umkämpften Osten der Demokratischen Republik Kongo gegründet, das sich auf die Behandlung von weiblichen Opfern sexueller Gewalt spezialisiert hat. Er lenkte auch die weltweite Aufmerksamkeit auf die grausame Praxis der verschiedenen Milizen sowie der regulären kongolesischen Streitkräfte, Vergewaltigung massiv als Kriegswaffe zu benutzen. Wegen seines Engagements für die Opfer sexueller Gewalt wurde er Opfer eines Mordversuchs und ging kurz ins Exil.

In seiner gestrigen Rede vor dem Europäischen Parlament nannte der kongolesische Arzt sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten eine der grössten humanitären Katastrophen heutzutage. Mukwege nahm die EU-ParlamentarierInnen in die Pflicht: "Dieser Preis macht für die Frauen, die bereits Opfer sexueller Gewalt geworden sind, keinen Unterschied, wenn Sie nicht auch unser Streben nach Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie unterstützen". Um die Ursachen sexueller Gewalt in Konfliktregionen zu bekämpfen, müssten die EU und ihre Mitgliedstaaten alle Instrumente zur Konfliktlösung einzusetzen. Ausserdem müssten Gerechtigkeit und der Kampf gegen Straflosigkeit zentrale Bestandteile des Friedensprozesses werden, so Mukwege.