Ech Oida 21.05.2020: Briefe aus Sibirien: Ein Audiotour durch Kunsträume in jetzt abgeschlossenen Weltgegenden

Briefe aus Sibirien: Ein Audiotour durch Kunsträume in jetzt abgeschlossenen Weltgegenden

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Artem Loskutov
Artem Loskutov Foto: Julia Sayutinskaya
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Die Sendereihe versucht den empathischen Austausch mit Künstler*innen aus aller Welt weiter zu führen. Künstler*innen berichten aus den Orten, wo sie isoliert jetzt sind.

Heute: Artjom Loskutow aus Novosibirsk und Moskau. 

In den 1950er-Jahren bereiste der französische Schriftsteller und Dokumentarfilmer Chris Marker Weltgegenden, die bedingt durch die politische Lage für Westeuropäer unzugänglich waren. Er besuchte u.a. auch Sibirien und verarbeitete seine Eindrücke von der Lebensweise der Menschen und den politischen Umständen in seinem Film „Letter from Siberia“ (1957).
Wie kann man heute angesichts der geschlossenen Grenzen mit fernen Orten in Verbindung bleiben? 
In der ersten Sendung führt Artjom Loskutow einen Audiotour durch sein "Atelier" in Moskau.
Artjem gehört zu den jungen russischen Aktionskünstlern, die fahrende U-Bahn-Wagen, Denkmäler und die Stadt selbst in ihre Performance und Aktionen einbeziehen. Im Jahr 2004 veranstaltete er mit wenigen Dutzend Gleichgesinnten die erste Monstration. Seitdem  bildet  die „MONSTRATION“  am 1. Mai in der sibirischen Metropole Novosibirsk eine eigene Kolonne, die sich der „normalen“ Demonstration von Patrioten aller Art  mit Parolen wie  „Gehirne für das Volk“ oder  „Wo bin ich?“  oder "Denke global, handle idiotisch" anschließt. Am Anfang  wurden die Teilnehmer festgenommen, man versuchte die MONSTRATIONEN zu verbieten- vergeblich. Seit Jahren verbreitet sich die Aktion auch in anderen Städten. „Das Absurde von Macht kann man nur mit dem Absurden beantworten“, meint der Aktionskünstler.
Artem ist zur Zeit als Künstler in Moskau und Nowosibirsk aktiv, er ist Preisträger vieler Wettbewerbe im Bereich zeitgenössischer Kunst und russischer Aktivistenkunst. 2017 war er an einer Ausstellung in der Galerie für Gegenwartskunst, E-WERK Freiburg beteiligt.

 

Sendereihe Briefe aus Sibirien, Kooperation zwischen der Galerie für Gegenwartkunst,  E-WERK und Ech-Oida, Radio Dreyckland

Konzipiert von Kuratorin Heidi Brunnschweiler und Reakteurin Viktoria Balon.

Link auf Video:https://twitter.com/i/status/1165641311925542912