Friedensnobelpreis für ICAN: RDL-Interview und regionale Reaktionen

RDL-Interview und regionale Reaktionen

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8 Tage für 12 Jahre
Quelle: 
Markgräfler Freidensrat e.V. DGB

Im Juli hat RDL ein Interview mit dem aktuellen Friedensnobelpreisträger ICAN geführt. Damals ging gerade die UNO-Konferenz zur globalen Abrüstung zu Ende, an der ICAN beteiligt war. Hier könnt Ihr das Interview nachhören.

Der Markgräfler Friedenrat freut sich riesig:"Die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) und insbesondere ICAN Deutschland erhalten den diesjährigen Friedensnobelpreis! Das im Juli bei den United Nations beschlossene Atomwaffenverbot, das seit 20. September zur Unterzeichnung ausliegt, wäre ohne das Engagement der vielen Menschen, die aktiv für ein Verbot der Atomwaffen eintreten, nicht zustande gekommen. Auch der Friedensrat Markgräflerland hat sich in vielfältigen Aktionen an den Kampagnen von ICAN Deutschland beteiligt und fühlt sich durch die Verleihung des Nobelpreises an die Friedensbewegung auch in seiner Arbeit gewürdigt und bestärkt: Frieden schaffen ohnen (Atom)Waffen. Der Friedensrat fordert die (neue) Bundesregierung auf, Farbe zu bekennen, dem Verbot von Atomwaffen beitreten und den Abzug der Atomwaffen aus Büchel in der Eifel auf den Weg bringen."

Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein freut sich auch: "Ican hat sich um ein vertragliches Verbot solcher Waffen bemüht. Der Preis geht endlich einmal an die Richtigen und auch der Bund für Umwelt und Naturschutz gratuliert." Zugleich mahnt der Regionalgeschäftsführer Axel Mayer drei Aufgaben an: "

  • Die immer noch nicht abgezogenen amerikanischen Atomwaffen am deutschen Standort Büchel. Der Friedensnobelpreis ist ein Ansporn, diesen atomaren Dorn im Fleisch endlich zu ziehen.
     
  • Der andere wichtige Aspekt ist die auch von der EU finanzierte Entwicklung von neuen Thorium-Reaktoren. Kleine und kleinste "umweltfreundliche & grüne" Thorium-Atomkraftwerke sollen zukünftig überall auf der Welt gebaut werden und die Forschung wird mit EU-Geldern gefördert. Aus den alten, großen Druck- und Siedewasser-Reaktoren würden unzählige Klein- und Kleinstreaktoren... Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potenzielle Anschlagsziele.
     
  • Der BUND stellt die Frage, warum sonnenreiche Staaten wie die Türkei, Saudi-Arabien, Jordanien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate extrem teure, neue AKW bauen wollen. Geht es tatsächlich um den teuren Atomstrom oder um einen Machtzuwachs nach nordkoreanischem Vorbild?

Die wiederbelebte Idee der Verbreitung von vielen kleinen und großen AKW auf der Welt ist ein globales Selbstmordprogramm und ein atomarer Alptraum. Atomkraftwerke sind Diktators und Terrorists Liebling. Der aktuelle Alptraum der nordkoreanischen Atombewaffnung würde durch den weltweiten Export von neuen AKW in Spannungsgebiete und von "schönen, kleinen Thoriumreaktoren" in´s Unendliche vergrößert."