In der letzten Sendung habe ich mit den Herausgebern und Übersetzer:innen über die bei @textem erschienene Neuübersetzung von ’Die Sürrealistische Revolution 1924-29’ gesprochen.Der Focus lag auf ihrer Entstehung, auf Inhalten & Methoden der Surrealisten sowie der Rezeption der Bewegung: Von Zeitgenossen wie W.Benjamin und im Rückblick: Nach der Katastrophe des Faschismus, Nationalsozialismus und der Shoa, dem Scheitern der ’Organisierung des Pessimismus’ und insofern auch dem Scheitern der surrealistischen Revolution. Was das aber mit unserer Gegenwart zu tun hat, möchte ich in dieser Sendung mit Hilfe meiner Gäste Nora Dsun, Benjamin Dittman- Bieber und Christian Driesen, Herausgeber:innen und Übersetzer der deutschen Übersetzung von ’Die Surrealistische Revolution 1924-29’, erschienen bei Textem und des Mediums Julia Kubik vertiefen. Ursprünglich im Wesen poetisch, ein linguistisches Experiment, entwickelte sich der Surrealismus zu einer (internat.) Bewegung, die „eine grundsätzliche und radikale Veränderung der politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse anstrebte. Während die Kommunisten das Proletariat in der Strategie der Revolution unterwiesen, versuchten die Surrealisten das emotionelle Klima zu erzeugen, in dem diese Revolution ausbrechen könnte.“ (R.Short, 1966). Sie bestanden auf einer absoluten Freiheit, die den Rest der Gesellschaft anstecken sollte. Freiheit: nicht von Lohnarbeit getaktet, jenseits von Nation, Profit und Ausbeutung (auch der Kolonien).
Wie das zu erreichen sei, darüber waren sie nicht einig, im Gegenteil - und auch von Außen kam Kritik. Mit der ’Kontemplation’ war es ab 1933 sowieso vorbei. "Was jetzt geschieht, was so viele erregt, ist das Erwachen aus den Träumen. Die Neuordnung der Welt macht den Künstler zum Realisten." (P.Westheim, 1936) Der deutsche Faschismus bedeutete für die meisten Surrealist:innen Exil, Flucht, Ermordung. Viele von ihnen leisteten Widerstand.
Mit Texten von u.a. W.Benjamin, C.Einstein, A.Césaire, P.Yoyotte, E.Lenk, G.Bataille. Ausserdem Thema: Kritische Paranoia vs.Trump, Kritische Theorie & Marxismus. "Widersprüche aushalten, Gegensätze bestehen lassen, parallel auf unterschiedlichen Bahnen denken." (Thomas Hausschild im Gespräch mit Nora Dsun & Alexander Rischer, K&G, 2025)
Eine Sendung von Itty Minchesta, Redaktion 3, FSK Hamburg
